Aus dem Zigerschlitz
Die Synthesizer-Akkorde fiepen, der Bass-Drum-Kick hallt leicht nach. Nervös schwirren Trance-Techno-artige Sounds durch den Raum, staubtrockene Snare-Schläge markieren den Übergang in die gesungene Hook-Line. Was tönt, als stamme es aus der die globalen Charts dominierenden Hit-Fabrik des Produzenten Timbaland, entsprang in Wirklichkeit dem Computer des Mailänder Mondo Marcio – und gerappt wird in breitestem Glarner Dialekt. Der Track «Don’t Stop» ab dem ersten Soloalbum des «Zigerschlitz»-Rappers Patrick Mitidieri alias Bandit, der als Freestyle-König sowie MC der Combo «Luut&Tüütli» zu Szene-Ruhm gelangte, ist ein veritabler Ohrwurm. Obschon sich das Album «Dr Letscht Wos Git» in die Tradition des musikalischen Epigonentums einreiht, das den Mundart-Rap seit dessen Anfängen begleitet, und ihm auch die genrespezifische ständige Selbstreferenz eigen ist, setzt es sich von anderen hiesigen Hip-Hop-Produktionen ab – dem Rap-Flow des Banditen sei Dank!

RSS-Feed