Matthias Daum

Freier Wortarbeiter

Überwachte Übersicht

Die Welt ist eine Datenbank, in der wir alle Suchende und Gesuchte sind, sagt Technikhistoriker David Gugerli von der ETH Zürich. Die Konsequenzen dieser tabellarischen Ordnung werden jedoch erfolgreich verdrängt. Mein Interview mit Gugerli findet sich in der heutigen NZZ.

Das Bild zeigt Eduard Zimmermann, dessen Sendung «Aktenzeichen XY … ungelöst» Gugerli in seinem Buch als eine von vier Suchmaschinen avant la lettre beschreibt.

Was im Blatt nicht mehr Platz fand, ist ein kurzer Exkurs zu den Problemen der Geschichtswissenschaft mit der Software-Historie:

«Es ist ein Grundproblem der Technikgeschichte, dass man sich mit technisch nicht mehr gültigen Lösungen zu beschäftigen hat. Erschwerend kommt bei der Software-Geschichte hinzu: Programmcode zu lesen ist etwas extrem Schwieriges. Zudem kann man die Software vielfach nicht mehr in Betrieb anschauen, weil die entsprechenden Rechnern nicht mehr funktionieren».

Übrigens: Dass Gugerli eine grosse Affinität zur Technik hat, zeigt nur schon der Blick auf sein Pult. Statt Bücherstapel oder einer angejahrten Hermes Baby prangen dort zwei (!) grosse Flachbildschirme.

Fürchten die Ärzte den gläsernen Patienten?

Elektronische Patientendossiers könnten Betroffenen erleichterten Einblick in die eigene Krankengeschichte geben. Oder: weshalb Daten bei Privaten nicht grundsätzlich in schlechteren Händen als beim Staat sind. Nachzulesen im heutigen Tages-Anzeiger. (Die Verlinkung folgt.) – Womit gleichzeitig ein weiteres Puzzleteil meiner Diversifizierungsstrategie publik gemacht wäre…

Apropos: Privatheit im öffentlichen Raum

streetview

In der heutigen NZZ findet sich mein Artikel über die Neudefinition des Privaten im öffentlichen Raums durch Dienste wie Google «Street View» oder die Installation von Kameras in Ad-Screen, welche die Anzahl Betrachter der Werbung (sowie deren Alter, Ethnie etc.) registrieren.

UPDATE: Tableaux vivantes im Zeitalter von Google Streetview. (via swissmiss)

Als durchschnittliche Internetnutzer hinterlassen wir täglich Spuren in unzähligen Datenbanken, und auf ungesichertem elektronischem Weg verbreiten wir Nachrichten, die wir sonst nur im verschlossenen Briefumschlag verschicken würden. Unser Umgang mit persönlichen Daten scheint noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen zu sein. Siehe dazu meinen Artikel in der heutigen NZZ.Und hier noch der Link auf den (privaten) Blog des Google-Datenschutzbeauftragten Peter Fleischer sowie Googles Privacy-YouTube-Channel.

Hier noch ein fotografischer Nachtrag – mit Dank an Grillandus für das Bild. 

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