Noch nie hat die Schweizer Pharmaindustrie eine wichtige Volksabstimmung verloren. Dank ihrem Lobbyisten Thomas B. Cueni – und einer gut gefüllten Kriegskasse. Doch die Macht der Pillendreher bröckelt. – Nachzulesen in der «Zeit» von heute.
Freier Wortarbeiter
Noch nie hat die Schweizer Pharmaindustrie eine wichtige Volksabstimmung verloren. Dank ihrem Lobbyisten Thomas B. Cueni – und einer gut gefüllten Kriegskasse. Doch die Macht der Pillendreher bröckelt. – Nachzulesen in der «Zeit» von heute.

Letztes Durchatmen vor dem Finale. Lady GaGa kauert in fleischfarbener Unterwäsche auf dem Klavierhocker. Mit rauchiger Stimme singt sie ihn. Den Hit: «Po-, Po-, Po-, Po-, Po-, Po, Poker Face». – Wie das Konzert von Pop-Sängerin Lady GaGa in der ausverkauften Maag Event Hall weiterging: nachzulesen in der heutigen NZZ.
Was soll er spielen? Ein Album hat er nicht, erst ein Mixtape und einen Hit. Trotzdem steht der Rapper Kid Cudi am frühen Freitag-abend auf der Bühne des Open Airs Frauenfeld…
Nachzulesen sind meine Begegnung mit dem Twitterer sowie meine Meinung zum Auftritt von Kanye West in der heutigen NZZ.
Wie angekündigt ist auf diesem Blog fortan mehr Kurzfutter zu lesen: Aufgeschnapptes, Erlebtes, Angedachtes. Den Auftakt machte eine Beobachtung zum Wohnungsmarkt in Amsterdam. Nun geht es um eine Begegnung im Nachtzug von Simferopol nach Odessa.
–––

Rums! Eine Tasche und ein roter Rucksack fliegen auf meine Pritsche. «It‘s normal», raunzt der schwitzende Hüne – und verschwindet wieder. Seinen prallvollen Rollkoffer lässt er stehen. Dzhankoy. Ukraine. Im Nachtzug von Simferopol nach Odessa. 21.15 Uhr. Das Thermometer zeigt 33 Grad. Die Lüftung streikt.
Da steckt ein adrett Gekleidete seinen Kopf ins Abteil. Levi‘s-Jeans, Converse-Schuhen, ein schwarzes Poloshirt. «Juri», seufzt er und drückt den Rollkoffer unter die Liege. Er heisse Denis. Freut mich. Ja, er kenne den anderen. Eben: Juri. Heute Morgen haben sie im Hafen von Kertsch ausgeschifft. Er, Denis, der dritte Offizier. Und Juri: Bordmechaniker. In Bahrain waren sie, wo ihr Schiff im Trockendock repariert wurde.
Zweiter Auftritt Juri: Boxervisage. Beige Dreiviertelhose, rotes ärmelloses Leibchen, Turnschuhe und schwarze Nylonsocken. So stellt man sich einen Seebären vor. «My mother lives in Athens. I am half greek, semi-greek, you understand?» Er tischt auf: Büchsenfrass. Mediterraner Salat und gefüllte Tintenfische. Alles von der Mama gekriegt. Dazu ein in Zellophanfolie eingewickelter Packen Käse- und Schinkenscheiben sowie einige Scheiben Brot. «Very good!» Er schwitzt, stinkt – und greift zu meiner Flasche «Baltika»-Bier. Weg ist die warme Pfütze. «Ups, I did it again!». Aber so sei er halt. Denn: «Ukrainians: Expect the unexpected».
«Швейцария? Switzerland? Oh!». Seine Tante lebt dort. Wo? «I don‘t know». Er rufe seine Schwester an. Und reicht mir das Handy: «Yes, I like Ukraine.» – «Very nice.» – «Three weeks.» – «Kiew. Sewastopol. Odessa.» – «Bye». Dann beginnt sich die Unterhaltung im Kreis zu drehen. «My mother lives in Athens. I am half greek, semi-greek, you understand?» Erst als man auf Piraten zu sprechen kommt, bricht sein Monolog ab. «Difficult subject», sagt er. Und verschwindet.
Gegen halbeins schlafen wir. Die Abteiltüre offen, es ist zu heiss. Eine Stunde später kehrt Juri zurück. Sturzbetrunken versucht er sich aufs Bett hochzuschwingen. Ein Mehlsack, im Turnlehrerjargon. Denis reicht ihm die Hand, mit den Füssen tritt er in die Fressalien auf dem Tischchen. Käsefüsse zu Käsescheiben. Doch er ist oben. Wir schlummern ein.
Ein dumpfer Knall! Bier spritzt. Wir schrecken auf. Schreie. Juri liegt am Boden, röchelnd. Er versucht sich aufzurichten. Gleitet wieder zu Boden. Wieder und wieder. Was tun? Weiterschlfen. Doch verdammt! Unter Gegrunze hievt er sich auf mein Bett. Ein wankender, klebriger Koloss. Alle Versuche, ihn von meiner Pritsche zu kriegen scheitern. Ich bringe meine Siebensachen in Sicherheit. Da kippt er bereits um. Ade Schlaf!
Aber Juri hat uns gewarnt: «Ukrainians: Expect the unexpected!»
Nun hatte auch ich noch das Vergnügen, mich mit Michael Jackson selig zu beschäftigen. Für die NZZ durfte ich über die öffentliche Abdankung schreiben. Voilà!
Leider ergibt der erste Abschnitt keinen Sinn, da folgender Passus rausredigiert wurde: «Jacksons Körper: Ohne Hirn». Rote Rosen und schwarze Limousinen können ja nicht ernsthaft als skurril bezeichnet werden…
Schweizer Städte fördern energieeffizientes Bauen. Zurzeit lassen sich die strengen Minergie-P-Normen aber nur mit kompakten Gebäudevolumen erfüllen. Das Bild der Stadt wird sich verändern. Ferienbedingt etwas verspätet, der Link auf meinen NZZ-Artikel.
Bildquelle: Müller Sigrist Architekten – Projekt: Kalkbreite, Zürich.
Copyright © 2010 by: Matthias Daum • Design by: BlogPimp / Appelt Mediendesign • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.