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	<title>Matthias Daum</title>
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	<description>Journalist</description>
	<lastBuildDate>Mon, 20 Feb 2012 21:02:35 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Der Bücherstreit</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 21:01:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Retten feste Preise die Schweizer Buchbranche? Ein hitziges Streitgespräch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Retten feste Preise die Schweizer Buchbranche? Ja, sagt Dani Landolf vom  Buchhändler- und Verlegerverband. Nein, meint der Zürcher Verleger  Hans-Rudolf Wiedmer.</p>
<p><strong>DIE ZEIT:</strong> Herr Landolf, warum soll eigentlich ausgerechnet das Buch nicht den Gesetzen des Marktes         unterworfen sein?</p>
<p><strong>Dani Landolf:</strong> Da frage ich zurück: Weshalb  soll ausgerechnet für das Buch nur das Gesetz des freien         Marktes  gelten? Letztlich ist es doch selbst für die meisten unserer Gegner  unbestritten: Es         braucht Regulierungen und Formen der  Unterstützung, um eine lebendige Kultur zu fördern und         zu  erhalten. Opernhäuser, Theater, Film und Musik werden deshalb  unterstützt, beim Buch ist         dies kaum der Fall. Die  Buchpreisbindung ist ein Instrument, um dieses Defizit ein wenig          aufzufangen.</p>
<p><strong>Hans-Rudolf Wiedmer:</strong> Ich würde differenzieren:  Nicht jedes Buch ist ein Kulturgut. Aber grundsätzlich sollte man          sich für das Kulturgut Buch intensiv einsetzen. Aber der Kampf Ihres  Verbandes, Herr         Landolf, für die Buchpreisbindung hat viel zu  viele Ressourcen gebunden, weshalb man andere         wichtige Dinge aus  den Augen verloren hat.</p>
<p><strong>Landolf:</strong> Auch ich bedaure es sehr, dass dieses  Thema unseren Verband seit Jahren beschäftigt. Diese         lange  Verzögerung ist einer Obstruktionspolitik der Gegner zu verdanken: Immer  wieder         forderten sie neue Studien – und am Schluss ergriffen  sie das Referendum gegen die         Buchpreisbindung.</p>
<p><strong>Wiedmer:</strong> Es wäre mir ein Anliegen, in diesem  Gespräch sachlich zu diskutieren. Es ist naiv, zu         glauben, mit  der Buchpreisbindung hätten wir ein Buchparadies: blühende  Buchlandschaften,         wohlgenährte Autoren, satte Verlage. Sie  wissen, dass dies eine Karikatur ist. Seit mehr als         25 Jahren  mache ich Bücher, es gab in dieser Branche schon vor 2007, dem Ende der          Buchpreisbindung, eine Krise.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/08/CH-Buchpreisbindung/komplettansicht"><em>…weiter </em></a></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Bild: Matthias Daum</span></p>
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		<title>Denker außer Dienst</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 10:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agglomeration]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Städtebau]]></category>

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		<description><![CDATA[Architekten gehören zu den schärfsten Kritikern der "Hüsli-Schweiz". Doch die Raumplanung überlassen sie lieber anderen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Architekten gehören zu den schärfsten Kritikern der &#8220;Hüsli-Schweiz&#8221;. Doch die Raumplanung überlassen sie lieber anderen.</p>
<p>Im Zeichnungssaal des Siebziger-Jahre-Baus der ETH Hönggerberg  herrscht       Chaos. Weiße und hellblaue Styroporreste bedecken den  Boden, auf den Tischen stehen       Brückenmodelle aus Balsaholz, die  sich über mehr oder minder kunstvoll bemalte Pappmaché-Tobel        schwingen. Die Erstsemester sind im Abgabestress, bald beäugen Experten  ihr Schaffen,       entscheiden darüber, ob ihr Traum in Erfüllung geht –  kraft ihrer Intuition und Introspektion       irgendwann den  großartigen Wurf zu landen, der ihnen den Platz im Architektur-Olymp        sichert.</p>
<p>Das <a href="http://www.arch.ethz.ch/darch/index.php?lang=de" target="_blank">Architekturdepartement der ETH</a> genießt Weltruhm. Abgänger der Zürcher Schule sind gefragt, man findet  sie in allen großen Architekturbüros. Bauten von Herzog &amp; de Meuron,  Gigon/Guyer, Valerio Olgiati, Marcel Meili oder Roger Diener sind  Exportschlager designed in Switzerland. Und wo die Großmeister bauen,  ist die Medienmeute. In den schönsten Farben und Formen glänzen und  strahlen später ihre Werke in den Branchenblättern und Feuilletons.</p>
<p>Allein bei der wichtigsten aller Aufgaben hat die Schweizer  Architektenelite versagt: Es gelang ihr nicht, einen Ansatz von Ordnung,  eine Struktur in den Schweizer Siedlungsbrei zu bringen, der sich  durchs Mittelland ergießt.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/06/CH-Architekten/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Zeichnungssaal an der ETH um 1930, ETH Bildarchiv</span></p>
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		<title>»Wir sind sehr widersprüchlich«</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/interview-sommaruga/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 09:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Justizministerin Simonetta Sommaruga will, dass die Linken wie die Rechten endlich vernünftig über Einwanderung sprechen. Sonst fürchtet sie um die Zukunft des Landes. Ein Gespräch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Interview: Matthias Daum und Peer Teuwsen</em></p>
<p><strong>DIE ZEIT:</strong> Frau Sommaruga, haben Sie sich die letzte Arena im Schweizer Fernsehen zum Zustand des         Asylwesens angeschaut?</p>
<p><strong>Simonetta Sommaruga:</strong> Ja. Die Sendung war  erfreulich sachlich. Diese Form des Diskutierens wäre eine gute          Ausgangslage für die weitere Auseinandersetzung.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Sie haben nie gestaunt über das Unwissen der Diskutanten?</p>
<p><strong>Sommaruga:</strong> Das ist ein so komplexes Thema, da kann man nicht alles wissen.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Sie sind jetzt über ein Jahr im Amt. Sind Sie mal erschrocken über Ihre         Machtlosigkeit?</p>
<p><strong>Sommaruga:</strong> Nein, ich wusste ja, wie wenig  Macht ich habe. Es ist gut, dass die Macht eines         Bundesrates  durch Föderalismus und direkte Demokratie gebrochen wird. Ich wusste  auch, wie         schwierig es beim Thema Asyl wird. Es ist wohl das am  stärksten polarisierende Thema. Es         gibt eine eigentliche  Unversöhnlichkeit, die selten ist in der Schweiz, sie widerspricht          unserem politischen Prozess, der den Konsens am Ende einer  Auseinandersetzung als höchstes         Ziel kennt. Ein Land, das nicht  fähig ist, über Migration sachlich zu sprechen, droht die         wahren  Probleme aus den Augen zu verlieren. Die Menschen, die sich im  Asylprozess befinden,         machen zwei Prozent der Ausländer in der  Schweiz aus. Trotzdem herrscht das Gefühl, 2.500         Tunesier  könnten das Land destabilisieren. Nach Kenia kommen 1.500 Flüchtlinge,  und zwar         jeden Tag. Es gibt dort ein Flüchtlingslager mit einer  halben Million Menschen. Es ist         vielleicht ganz gut, sich das  einmal vorzustellen. Im Mittelmeer sind seit Ausbruch der          arabischen Revolutionen 2.000 Menschen ertrunken. Ich will nichts  beschönigen, doch ich muss         auch immer wieder die Relationen  herstellen.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Es ist Ihnen noch nicht gelungen, die  Ängste in der Bevölkerung vor der Einwanderung zu         mildern. Das  Gegenteil ist passiert. Die Fremden müssen heute für vieles herhalten,  was in         diesem Land schiefläuft.</p>
<p><strong>Sommaruga:</strong> Die Situation, in der wir heute  stecken, ist das Ergebnis der Asylpolitik der letzten 30         Jahre.  Wir haben in dieser Zeit das Asylgesetz mehrfach revidiert. Das hat  wenig gebracht,         und die Menschen sind verunsicherter als vorher.  Was ich anbieten kann, ist, transparent         über die Stärken und  Schwächen unseres Asylwesens zu sprechen. Ich habe schon vier Monate          nach meinem Amtsantritt einen Bericht vorgelegt, der schonungslos  aufgezeigt hat, dass die         langen Verfahrenszeiten die  Glaubwürdigkeit des Systems kaputt machen. Nach vier Jahren –          und so lange dauert die Behandlung eines Asylantrags manchmal – sind die  Kinder integriert         und die Eltern so lange aus dem  Arbeitsprozess entfernt, dass sie keine Anstellung mehr         finden.  Ich arbeite hart daran, die Fristen deutlich zu verkürzen.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Ist es nicht ein Problem, dass die Schweiz keine umfassende Migrationspolitik kennt?</p>
<p><strong>Sommaruga:</strong> Wenn jemand die Frage, ob Migration  überhaupt ein Problem für die Schweiz darstellt, mit         Ja oder  Nein beantwortet, ist er schon ein Teil des Problems. Migration ist  nicht schwarz         oder weiß. Das Schlimmste, was der Schweiz  passieren könnte, wäre keine Migration.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/05/CH-Sommaruga/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Simonetta Sommaruga, damals noch Stiftungsratspräsidentin von Swissaid, besucht das Dorf Adiga Lélé in Niger. Februar 2007. © Swissaid</span></p>
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		<title>Ohne-mich-AG</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/unternehmerinnen/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 21:58:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schweiz hat zu wenige ehrgeizige Unternehmerinnen. Liegt das an unserem Wohlstand?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweiz hat zu wenige ehrgeizige Unternehmerinnen. Liegt das an unserem Wohlstand?</p>
<p><em>Von Matthias Daum und Ralph Pöhner</em></p>
<p>Was verbindet Shania Twain mit Tina Turner, Nana Mouskouri und        ABBA-Sängerin Anni-Frid Lyngstad? Es sind Musikerinnen, und allesamt  waren sie sehr       erfolgreich. Aber da ist noch etwas: Sie sind die  vermögendsten Selfmadefrauen in der Schweiz.       Dies jedenfalls  suggeriert <a href="http://www.bilanz.ch/reichste" target="_blank">die <em>Bilanz-</em>Liste der 300 Reichsten im Lande</a>,  und mögen       solche Magazin-Rangierungen keine  sozialwissenschaftlichen Studien sein: Sie machen doch        gesellschaftliche Trends greifbar. Die <a href="http://www.forbes.com/wealth/billionaires" target="_blank">globale <em>Forbes-</em>Liste</a> und andere Geld-Rankings       für Deutschland oder Großbritannien  zeigen Ähnliches. Die reichsten Menschen sind mehrheitlich       Männer,  welche große Unternehmen schufen – Männer wie Bill Gates in den USA,  Richard Branson       in Großbritannien oder die Aldi-Brüder Albrecht in  Deutschland. Beziehungsweise Männer wie       Ingvar Kamprad, Viktor  Vekselberg oder Medizinaltechnik-Milliardär Hansjörg Wyss in der        Schweiz.</p>
<p>Und die reichsten Frauen? Das sind Erbinnen – und manchmal eben Stars.</p>
<p>Natürlich finden sich zunehmend Töchter wie Magdalena  Martullo-Blocher oder Nayla Hayek, die einen Familienkonzern erfolgreich  weiterführen. Aber letztlich sind die Frauen unter den großen  Unternehmerfiguren dieses Landes seltener als in den Konzernleitungen  der Großbanken oder in den Verwaltungsräten der SMI-Industriekonzerne.  Viel seltener.</p>
<p>Bloß, dieser Unternehmerinnen-Mangel ist in der öffentlichen Debatte  kein Thema. Wir streiten zwar gern über gläserne Decken, über den Filz  der <em>old boys networks</em><em>,</em> über die anhaltende  Ungerechtigkeit bei der Lohnverteilung oder über den Sinn und Unsinn von  Quoten. Aber dass sich Frauen deutlich seltener selbstständig machen,  dass sie ihre Unternehmen kaum je zu einem Branchen-Schwergewicht  hochstemmen können – dies scheint nicht der Rede wert.</p>
<p>Die Zahlen belegen es. 9,4 Prozent der erwerbstätigen Männer in der  Schweiz sind selbstständig – bei den Frauen ist der Anteil halb so groß,  er liegt bei 4,8 Prozent. Oder anders gerechnet: Knapp 70 Prozent der  Firmen in der Schweiz werden von Männern gegründet, in nur 15 Prozent  der Fälle meldet eine Frau eine Gesellschaft beim Handelsamt an – in  nochmals 15 Prozent der Fälle sind sowohl Frauen wie Männer an einer  Gründung beteiligt. Und obschon die weitere Entwicklung statistisch  weniger erfasst ist, so zeigt jede Liste der größten Schweizer Konzerne,  dass der Gründerinnen-Anteil sinkt, je gewichtiger die Unternehmen  sind.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/04/CH-Unternehmerinnen"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: small;">Siehe auch: <a href="http://www.zeit.de/2012/04/CH-Wirtschaft-Frauen">Artikel »Ihr schultert das!« von Olivia Kühni.</a><a href="http://www.zeit.de/2012/04/CH-Wirtschaft-Frauen"> </a>In den Spitzenpositionen der Wirtschaft gibt es fast  keine Frauen. Schuld daran sind die Schweizerinnen selbst. Höchste Zeit,  das zu ändern.</span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Werbung der Modemarke Tally Weijl, gegründet von Tally Elfassi-Weijl. Sie eine von zwei Unternehmerinnen auf der Bilanz-Reichstenliste.</span></p>
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		</item>
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		<title>Wir planen eine Agglo</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/agglo-frauenfeld/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 11:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agglomeration]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Raumplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
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		<description><![CDATA[Über Jahrzehnte frassen sich im Thurgau Dörfer und Weiler ins Umland. Nun soll damit Schluss sein. Aber wie? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über Jahrzehnte frassen sich im Thurgau Dörfer und Weiler ins Umland. Nun soll damit Schluss sein. Aber wie?</p>
<p>«Die Häuser kommen näher», sagt Liselotte Peter, während sie ihren Subaru über den Feldweg zu ihrem Hof steuert. «Für uns Bauern wird es immer schwieriger.» Gut 30 Hektaren bewirtschaftet ihre Familie in der dritten Generation. Milchwirtschaft, etwas Ackerbau, und aus Liebhaberei vermostet sie jeden Herbst ein paar Dutzend Tonnen Hochstammobst. Schliesslich sind wir hier in «Most­indien». Das 450-Seelen-Dorf Kefikon in der Gemeinde Gachnang im Thurgau hat seine ländliche Unschuld längst verloren. Wie überall im Westen von Frauenfeld schmiegt sich ein Einfamilienhaus-Speckgürtel um die Dorfkerne. Giebeldachhäuschen, davor ein Sitzplatz, rundherum ein Rasenstreifen. Architektonische Stangenware.</p>
<p>Das neue Zeitalter begann im Jahr 1972, als die Nationalstrasse 7 von Winterthur nach Frauenfeld eröffnet wurde. Die Thurgauer jubelten, endlich waren sie schneller in Winterthur, Zürich oder Bern. Keiner dachte daran, dass die Autobahn nicht nur die Städte verbindet, sondern auch Menschen und Firmen auf das Land zwischen den Zentren spült. Ohne gross zu planen, haben die Kefiker und die Gachnanger deren Landhunger gestillt. Sie haben Landwirtschaftsland zu Bauland gemacht. Und als die Bauzonen voll waren, haben sie einfach wieder neue geschaffen. Diese Politik entsprach Volkes Wille – wie an allen Orten in der Schweiz, wo heute die Zersiedlung, der Hüsli-Krebs, beklagt wird.</p>
<p>Am meisten profitiert von dieser Entwicklung haben die Bauern. Zumindest jene, die ihre Höfe aufgaben, ihr Land erst verpachteten und es schliesslich verkauften, wenn sie dem Angebot nicht mehr widerstehen konnten. Die Gelegenheit macht Geschäftemacher. Doch der Boom ist vielen nicht mehr ganz geheuer. 1998 zählte man in Gachnang 2700 Einwohner, 2011 bereits 3500 – bei 4600 «Gochlingern» soll Schluss sein.</p>
<p>Später, in der Bauernstube bei einem Glas Most, sagt Liselotte Peter: «Man will die Gemeinden immer weiter entwickeln. Aber bringt es das?» Nicht, dass die Präsidentin des Dorfvereins und langjährige SVP-Gemeinderätin eine Ewiggestrige wäre. Sie weiss, Stillstand ist für eine Gemeinde wie Gachnang ein Rückschritt. Aber was tun? Die heutige Kantonsrätin Peter wird nachdenklich: «Kann man das Schicksal einer Gemeinde überhaupt beeinflussen?» Gachnang versucht es. Zusammen mit den Nachbarn Frauenfeld und Felben-Wellhausen nimmt man das Planungsschicksal in die eigenen Hände. Gemeinsam wollen die drei Gemeinden die Zersiedlung stoppen, die Landschaft ordnen, ihren «grünen Thurgau» retten. Ein kompliziertes Unterfangen. Ein Lehrstück über den beschränkten Einfluss der Raumplanung und die Ohnmacht von Lokalpolitikern. Wer wissen will, wie diese Feinmechanik im Detail funktioniert, muss sich durch Stapel von Papieren kämpfen. Er muss buntscheckige Pläne studieren. Kurz: Er muss zunächst verstehen, wie die Schweizer Raumplanung funktioniert.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.nzzfolio.ch/www/21b625ad-36bc-48ea-b615-1c30cd0b472d/showarticle/13b57057-6720-44a5-853d-08a628e98c35.aspx"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Blick auf das Dorf Felben-Wellhausen in der Agglo von Frauenfeld, Matthias Daum</span><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Kinder sind wichtiger als Delfine</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/jacobs-foundation/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 09:27:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Jacobs steht einer der größten Stiftungen Europas mit Sitz in Zürich vor. Wie weiß er, ob es gut ist, was er tut?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Christian Jacobs steht einer der größten Stiftungen Europas mit Sitz in Zürich vor. Wie weiß er, ob es gut ist, was er tut? Von Matthias Daum und Peer Teuwsen</em></p>
<p><strong>DIE ZEIT: </strong>Herr Jacobs, Sie investieren jedes Jahr Millionen in Projekte für Kinder und Jugendliche. Ist es manchmal belastend, ein so guter Mensch zu sein?</p>
<p><strong>Christian Jacobs:</strong> Ein guter Mensch ist derjenige, der sein Leben erfolgreich bewältigt – und den Erfolg in seine Umgebung trägt. Mein Vater hat immer gesagt: Geld darf man nicht haben, man muss es sich verdienen. Als Familie Jacobs haben wir also gar nichts dagegen, dass »unser« Eigentum der Stiftung zusteht – und nicht uns persönlich.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Aber Sie nagen nicht am Hungertuch.</p>
<p><strong>Jacobs:</strong> Nein, aber es liegt in der Verantwortung jedes Familienmitglieds, dass es sein Geld selber verdienen muss. Das gibt einem eine gewisse innere Freiheit.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Sie handeln also nicht aus schlechtem Gewissen?</p>
<p><strong>Jacobs: </strong>Ich bin verblüfft über Ihre Frage. Nein, ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen. Wir haben die Stiftung gegründet, weil wir meinen, dass man einen Beitrag für die Gesellschaft leisten muss. Das kann dem Leben Sinn geben.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Wieso widmen Sie sich mit Ihrer Stiftungsarbeit der Jugend?</p>
<p><strong>Jacobs:</strong> Von der Jugend hängt die Zukunft der Gesellschaft ab, und die Jugend hat keine Vertretung.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Wieso unterstützen Sie Jugendliche und Kinder, wieso nicht Delphine oder Senioren?</p>
<p><strong>Jacobs:</strong> Delphine und Alte haben mehr Unterstützung als Kinder oder Jugendliche. Fragen Sie mal, wie häufig im Bundesrat über das Drei-Säulenmodell und wie viel über frühkindliche Bildung diskutiert wird? Unsere Zukunft hängt davon ab, wie vorbereitet die Jugend auf das Leben ist. Deshalb liegt diese Investition nahe.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Die Jacobs Foundation hat ein Stiftungsvermögen von drei Milliarden Franken, sie unterstützt die Jugend mit jährlich rund 35 Millionen Franken. Wie messen Sie, ob das etwas bringt?</p>
<p><strong>Jacobs:</strong> Es ist problematisch, Projekte quantitativ zu bewerten. Deswegen arbeiten wir mit qualitativen Indikatoren. Der wichtigste ist: Was gäbe es ohne uns nicht? Und da ist die Antwort klar. Ohne uns gäbe es keine Jacobs University in Bremen, keine summer camps für Migranten, keine Zusammenarbeit mit Kleinbauern und deren Kindern in der Dritten Welt und auch keine Langzeitstudie Cocon des Jacobs Centers an der Uni Zürich, die das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz untersucht.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Eine Stiftung hat keine Gewinn- und Verlustrechnung. Wie kann man so wirtschaften?</p>
<p><strong>Jacobs: </strong>Ja, das ist schwieriger als bei einem Unternehmen. Wir verstehen uns als Risikokapitalgeber – und da darf man manchmal auch scheitern. Wer wirklich neue Prozesse und Innovationen hervorbringen will, muss sich von einem Denken in linearen Input/Output-Verhältnissen lösen.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Aber wenn Sie mit dem Staat, wie in Bremen, oder einer Universität, wie in Zürich, zusammenarbeiten, tragen Sie nicht nur für Ihr eigenes Geld die Verantwortung, sondern auch jene für unser aller Geld.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/01/CH-Interview-Jacobs/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: PD</span><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die unmögliche Behörde</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/bundesanwaltschaft/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 09:27:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesanwaltschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Jahrzehnten erntet die Bundes-anwaltschaft herbe Kritik. Wieso?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Jahrzehnten erntet die Bundesanwaltschaft herbe Kritik. Wieso?</p>
<p><em>Von Matthias Daum und Ralph Pöhner</em></p>
<p>Und wieder ist ein Schneeball zerplatzt. 120 Ermittler rückten Ende        November aus, um einen Betrügerring mit Ablegern in fünf Staaten zu  zerschlagen. Mit einer       Scheinfirma namens Business Capital  Investors, so der Verdacht, seien mehrere Tausend Menschen       um rund  120 Millionen Franken geprellt worden. Eine Razzia gab es auch in der  Schweiz, und die       ganze Aktion war, wie die federführende  Staatsanwaltschaft in Düsseldorf andeutet, auch nach       Ermittlungen  der hiesigen Behörden ausgelöst worden.</p>
<p>Business Capital Investors? Das ist ein Fall für die  Bundesanwaltschaft in Bern. Auf Anfrage bestätigt eine Sprecherin, dass  man »in diesem Zusammenhang eine Strafuntersuchung durchgeführt« und  Konten blockiert habe. Mehr ist ihr, wie üblich, nicht zu entlocken.</p>
<p>Aber der Großbetrug interessierte ohnehin kaum, kein Schweizer Medium  berichtete über den Schneeball-Fall. Ähnlich erging es den Ermittlungen  gegen einen Diktatoren-Schwiegersohn aus Kasachstan, der in der Schweiz  eine halbe Milliarde Franken gewaschen haben soll. Auch das  Strafverfahren gegen Laurent Gbagbo, den gestürzten Herrscher der  Elfenbeinküste, schaffte es nur in ein paar Kurzmeldungen.</p>
<p>Es sind wenige spektakuläre Fälle, die das öffentliche Bild der  eidgenössischen Strafverfolger prägen: Holenweger, Behring, Hells  Angels, Tamil Tigers, Rütlibomber – diese Namen und Begriffe bewegen.  Und ihre Falldossiers werfen einen gewaltigen Schatten auf die  Bundesanwaltschaft. Sie zeichnen das Bild einer Amtes außer Rand und  Band, einer Behörde, die einen Drogendealer unter dem Decknamen »Ramos«  als Agent Provocateur zu einem Bankier schickte. Die mit einer  Riesenrazzia eine Motorradgang zur mafiösen Organisation stilisierte.  Die einen Monteur zehn Monate in Untersuchungshaft setzte, weil er an  einer 1.-August-Feier auf dem Rütli ein Sprengsätzchen gezündet haben  soll – aber dann, nach vierjährigem Verfahren, eingestehen musste: »Es  konnten keine Beweise erbracht werden.«</p>
<p>Damit erscheint die Geschichte der Schweizer Bundesanwaltschaft als  Abfolge von Pleiten und Pannen. Doch sie ist mehr, nämlich ein  Lehrstück: über die Unmöglichkeit, die Schweiz zentralistisch zu  organisieren, über kulturelle Gräben im Land – und über ein Parlament,  das seine Aufgabe als Gesetzgeber nur unzureichend erfüllt.</p>
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<p style="text-align: right;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: PD<a href="http://maps.google.ch/maps?pq=bundesanwaltschaft&amp;hl=de&amp;ds=i&amp;cp=20&amp;gs_id=3d&amp;xhr=t&amp;um=1&amp;client=firefox-a&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;gs_upl=&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;biw=1333&amp;bih=935&amp;ie=UTF-8&amp;q=bundesanwaltschaft+bern&amp;fb=1&amp;gl=ch&amp;hq=bundesanwaltschaft&amp;hnear=0x478e39c0d43a1b77:0xcb555ffe0457659a,Bern&amp;cid=0,0,1739367064283930423&amp;ei=d435TraLFs2JhQfFxL3NAQ&amp;sa=X&amp;oi=local_result&amp;ct=image&amp;ved=0CBEQ_BI"></a></span></p>
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		<title>»Man will die Institution schwächen«</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Dec 2011 09:14:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesanwaltschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der scheidende Bundesanwalt Erwin Beyeler kontert die Angriffe gegen seine Behörde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der scheidende Bundesanwalt Erwin Beyeler kontert die Angriffe gegen  seine Behörde. Im letzten Interview seiner Amtszeit kritisiert er  Politik, Medien, Gerichte und Anwälte. Von Matthias Daum und Ralph Pöhner<br />
</em></p>
<p><strong>DIE ZEIT: </strong>Herr Beyeler, was war Ihr größter Erfolg als Bundesanwalt?</p>
<p><strong>Erwin Beyeler:</strong> Dass die Bundesanwaltschaft nach all diesen Reorganisationen jetzt wie eine normale Staatsanwaltschaft arbeiten kann.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Gab es auch Ziele, die Sie nicht erreichten?</p>
<p><strong>Beyeler: </strong>Mir sind keine bekannt.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Immerhin standen Sie in Ihrer Amtszeit extrem im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit, Sie wurden harsch kritisiert. Wurden Sie also von Medien und Politik falsch verstanden?</p>
<p><strong>Beyeler: </strong>Das wäre ein Thema für ein Gespräch allein: Mit meinen Erfahrungen könnte ich gut mal als Referent am Medienausbildungszentrum auftreten. Aber Spaß beiseite: Ich fühle mich nicht von den Medien oder der Politik falsch verstanden. Es sind einzelne Exponenten, und die haben die Sache durchaus richtig verstanden, aber falsch dargestellt.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Was würden Sie denn am Medienausbildungszentrum lehren?</p>
<p><strong>Beyeler:</strong> Es gibt die Gefahr der »Weltwochisierung« der Medienlandschaft. Der kann sich – wie mir scheint – zurzeit kein Medium entziehen.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Was meinen Sie mit »Weltwochisierung«?</p>
<p><strong>Beyeler:</strong> Eine Kultur des Vorwurfs. Das durften auch andere erleben: Bundesratskandidat Bruno Zuppiger, vorher Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, noch vorher Amtsdirektor Alard du Bois-Reymond. Gepaart ist die Kultur des Vorwurfs mit der Unkultur der Indiskretion. Zu viele Journalisten leben nur von Indiskretionen, die sie kolportieren und zu einem Vorwurf machen – et voilà! Und bei dieser »Weltwochisierung« muss jeder mitziehen, kein Blatt hält dagegen. Es ist das, was Alt Bundesrat Samuel Schmid in Ihrer Zeitung »Rudeljournalismus« genannt hat.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Die Bundesanwaltschaft steht doch seit Jahrzehnten in der Kritik. Wir erinnern an den Fichenskandal.</p>
<p><strong>Beyeler:</strong> Die Bundesanwaltschaft zu kritisieren ist grundsätzlich ein dankbares Thema. Und es ist nicht schwierig.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Wieso?</p>
<p><strong>Beyeler: </strong>Man hat rasch das Gefühl, dass man ein Strafverfahren versteht. Hinter so einem Verfahren steckt immer eine schöne Geschichte, die sich aufbereiten lässt. Bei einem finanzpolitischen Zusammenhang muss man sich eher reinknien.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Dann stünden die kantonalen Staatsanwaltschaften doch in einem ähnlich dichten Sperrfeuer.</p>
<p><strong>Beyeler:</strong> Dort fängt es auch schon an. Ein Problem ist etwa hier wie dort, dass die öffentliche Wahrnehmung der Verfahren durch die Verteidigung gesteuert wird: Die Anwälte stellen sich hin, erzählen ihre Sicht der Dinge, und die Zeitungen übernehmen das widerspruchslos. Bei der Bundesanwaltschaft hatten wir zudem ein Problem mit dem Bundesstrafgericht, welches die Gnade hatte, uns in der Öffentlichkeit zu kritisieren. Was nicht angeht.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Was hätte man anderes über die Bundesanwaltschaft erzählen sollen?</p>
<p><strong>Beyeler: </strong>Unsere Argumente wurden jeweils unter den Tisch gewischt.</p>
<p><strong>ZEIT: </strong>Können Sie uns Beispiele geben?</p>
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<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Erwin Beyeler, Keystone</span></p>
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		<title>»Peng! Peng! Peng!«</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 08:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ächtung von Spielzeugwaffen ist ein Erfolg der Friedensbewegung der siebziger Jahre. Aber machte sie die Welt tatsächlich friedlicher? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Spielzeugsoldaten, keine Spielzeugpistolen, keine Modellpanzer. 1999 entschied das Warenhaus Loeb, eine Berner Institution: Wir verkaufen keinerlei Kriegsspielzeug mehr. Als zwei Jahre später, am 11. September, in New York die Flugzeuge ins World Trade Center krachten, nahm auch das Zürcher Traditionshaus Franz-Carl Weber Spielzeugwaffen aus seinem Sortiment. Einzig verbliebene «Kampfausrüstung» waren Pfeil und Bogen zum «Indianerlis»-Spielen. Die Migros, der schweizweit grösste Spielzeugverkäufer, verkaufte ihrerseits gar nie Kriegsspielzeug &#8211; ein Erbe des Gründers Gottlieb Duttweiler.</p>
<p>Heute sind die Spielzeugabteilungen aller Schweizer Detailhändler «befriedet». Damit nimmt eine Bewegung ihr Ende, die im 18. Jahrhundert begann. So lehrte damals der Erzieher Johann Christoph Friedrich Guts Muths: «Knaben spielen oft Dieb, sie verurteilen und hängen, das ist hässlich und roh. Die Jugend spiele nur unschuldig. Kein Spiel enthalte etwas gegen das Gefühl des Edlen und Schönen.» Also kein Kriegsspielzeug! (Auch keine Spielzeug-Guillotine, wie sie der Dichter Goethe seinem Kind schenken wollte.)</p>
<p>Lange hatten die Antimilitaristen unter den Pädagogen einen schweren Stand. In den dreissiger Jahren &#8211; in Nazideutschland träumte der «Führer» von einer Jugend, «vor der die Welt erschrecken wird», und schrieb, «meine Pädagogik ist hart, das Schwache muss weggehämmert werden» &#8211; priesen die Spielzeughersteller ihre Zimmerschlachten. An die deutsche Kinderzimmer-Jugend gewandt, schrieb die Firma Hausser über ihre Spielzeugsoldaten: «Mit unseren Stosstrupps müsst ihr jede Schlacht gewinnen.» Geschätzte 40 Millionen Spielfiguren wurden in den Vorkriegsjahren verkauft. Auch in der Schweiz. Im Sommer 1939, berichten Zeitzeugen, stand vor dem Franz-Carl Weber an der Zürcher Bahnhofstrasse eine Menschentraube, die im Schaufenster eine Verteidigungsschlacht der Schweizer Spielsoldatenarmee bewunderte &#8211; aus Neutralitätsgründen war der Feind aber unsichtbar. Und statt mit dem «Gröfaz» spielten die Söhne Helvetias mit ihrem General: Henri Guisan, sieben Zentimeter hoch, auf seinen Säbel abgestützt.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.matthiasdaum.ch/wp-content/uploads/2011/12/7D00A068-3079-43F6-BB87-7D361B93156E.pdf"><em>…weiter (PDF)</em></a></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Bild: Tamiya-Modell eines M26 Panzers</span></p>
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