<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Matthias Daum</title>
	<atom:link href="http://www.matthiasdaum.ch/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.matthiasdaum.ch</link>
	<description>Journalist</description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Apr 2012 05:43:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.2</generator>
		<item>
		<title>»Wir fahren keinen Schmusekurs«</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/sbb-chef-meyer/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/sbb-chef-meyer/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 05:43:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agglomeration]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Raumplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2934</guid>
		<description><![CDATA[SBB-Chef Andreas Meyer über sein Verhältnis zu Politikern und Kunden – und weshalb Raumplanung nicht Aufgabe der Bahn ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>DIE ZEIT:</strong> Herr Meyer, wie viel haben Sie eigentlich bei den SBB zu sagen?</p>
<p><strong>Andreas Meyer:</strong> (lacht) Ich bin gegenüber dem  Verwaltungsrat für die operative Leitung verantwortlich.          Insofern bin ich an einer wichtigen Stelle. Aber wie jeder bei den SBB  habe ich nicht das         alleinige Sagen.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Ihr Unternehmen gehört zu 100 Prozent  der Eidgenossenschaft, Ihr Verwaltungsratspräsident         Ulrich Gygi  hält Sie an der kurzen Leine. Sind Sie nun ein Manager oder ein  Verwalter?</p>
<p><strong>Meyer:</strong> Wenn ich nicht den Auftrag und den  Handlungsspielraum hätte, die SBB nach unternehmerischen          Kriterien zu leiten, dann würden wir dieses Interview nicht führen. Was  andere über meine         Zusammenarbeit mit dem  Verwaltungsratspräsidenten schreiben, interessiert mich weniger als          das, was wir über unsere Zusammenarbeit sagen, wenn wir gefragt  werden. Und wir arbeiten         sehr gut zusammen, eine sachliche,  konstruktive Auseinandersetzung bringt uns alle         weiter.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Nun mischt sich nicht nur der  Verwaltungsrat in Ihre Arbeit ein. Auch die Politik tut das –          oder der Preisüberwacher. Diesen versuchten Sie kürzlich ruhigzustellen.</p>
<p><strong>Meyer:</strong> Nein, das stimmt so nicht. Der  Preisüberwacher hat noch nicht realisiert, dass wir jeden          Franken, den wir nicht einnehmen, auch nicht wieder ausgeben können. Die  SBB bezahlt zwar         niemandem eine Dividende, kein Gewinn wird vom  Eigentümer abgeschöpft. Aber vor uns stehen         gewaltige  Herausforderungen bei der Finanzierung des Rollmaterials und des  Unterhalts der         Eisenbahninfrastruktur. Und innerhalb von zwei  Jahren muss der Personenverkehr für die         Benützung der  Eisenbahntrassen 250 Millionen Franken pro Jahr mehr bezahlen.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Trotzdem. Ihren Angestellten predigen  Sie, der Kunde sei König. Selber wollen Sie aber die         Macht des  Preisüberwachers beschneiden. Obschon er eigentlich der Fürsprecher  Ihrer Kunden         ist.</p>
<p><strong>Meyer:</strong> Der Preisüberwacher hat eine ganz  einseitige Preisperspektive, er kümmert sich nicht um das         Wohl  des Unternehmens, ihm ist auch egal, ob das Unternehmen eine tragbare  Verschuldung hat         oder nicht. Wir hätten es sehr begrüßt, wenn  die Ziele, die wir vom Bund bekommen, auch vom         Preisüberwacher  berücksichtigt würden – er ist ja auch ein Vertreter des Bundes. Das          Parlament sah das leider anders. Dafür haben wir nun die gesetzlich  verankerte Möglichkeit,         die Billettpreise differenzieren zu  können.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Das heißt, die Preise steigen weiter.</p>
<p><strong>Meyer:</strong> Nein, das sage ich nicht! Wir sagen:  Das Angebot wird laufend ausgebaut. Und ein gutes         Angebot darf  einen fairen Preis haben – das sagen mir auch Bundesräte. Wir eröffnen  bald         Großbauwerke wie den Gotthardbasistunnel, die  Durchmesserlinie in Zürich oder CEVA, die         Verbindung von Genf in  die Agglomeration. Wir haben neue Doppelstockzüge für den Regional-          und bald auch für den Fernverkehr im Einsatz. Es gab eine  Generation von SBB-Managern, die         Ausbauten bestellen konnte. Und  es gibt eine Generation – und dazu gehören ich und meine          Kollegen –, die dafür sorgen muss, dass die Kosten dieser Investitionen  gedeckt werden.</p>
<p><strong>ZEIT:</strong> Die Schmerzgrenze bei den Preisen ist also noch nicht erreicht?</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/18/CH-Meyer/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: SBB-CEO Andreas Meyer am Bahnhof Bern, SBB</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/sbb-chef-meyer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ausgearbeitet?</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/grundeinkommen/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/grundeinkommen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 09:43:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2929</guid>
		<description><![CDATA[Ein Grundeinkommen für alle Schweizer fordert eine Volksinitiative. Eine schlechte Idee]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Grundeinkommen für alle Schweizer fordert eine Volksinitiative. Eine schlechte Idee</p>
<p>Die Idee ist einfach. Und sie leuchtet ein. Besonders, wenn sie Daniel Straub erklärt. 2.500 Franken im Monat soll jede Schweizerin, jeder Schweizer erhalten. Bedingungslos. Egal, ob er arbeitet oder nicht. Der 45-Jährige mit kurz geschorenem grauem Haar und Bart zeichnet auf einem gefalteten Stück Makulaturpapier mit schnellem Strich ein Diagramm: X-Achse, Y-Achse, dann zwei Kurven. Die eine stetig steigend, die andere schnell abflachend. »Das ist das Bruttoinlandprodukt der Schweiz«, sagt Straub und zeigt auf die steigende Kurve. »Und das«, sagt Straub, »das ist unsere Zufriedenheit. Seit den sechziger Jahren ist die Kurve flach. Wir werden trotz steigendem Wohlstand nicht glücklicher.«</p>
<p>So kann es nicht weitergehen, findet Straub, der Ökonom und Psychologe, der bei IBM arbeitete, IKRK-Delegierter war und schließlich eine Montessori-Schule leitete. Der Produktivitätsdruck, der Stress würden die Menschen zerschleißen. »Sie werden nicht zufriedener, wenn sie noch mehr besitzen, sondern nur, wenn sie mehr Sinn sehen in dem, was sie machen.«</p>
<p>Deshalb lanciert Straub mit Gleichgesinnten, darunter der ehemalige Bundesratssprecher Oswald Sigg, die Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Unterschriftensammlung beginnt nächste Woche.</p>
<p>In einer kleinen, verwinkelten Altstadtwohnung an der Augustinergasse, wo Zürich am lauschig-sten ist, haben sich die Grundeinkommensaktivisten eingerichtet. Vis-à-vis am Tisch von Daniel Straub sitzt Christian Müller, 31 Jahre alt, mit Strubbelfrisur und Wollpullover. Von ihrer Denkerstube aus wollen die beiden die Schweiz befreien, wie sie in ihrem programmatischen Büchlein Über das bedingungslose Grundeinkommen schreiben. Und das mit lediglich ein paar Zeilen in der Bundesverfassung.</p>
<p>Wie das funktionieren soll? Mit einem radikalen Systemwechsel.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/16/CH-Grundeinkommen"><em>…weiter</em></a></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Bild: Flickr</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/grundeinkommen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine Berufung wird zum Job</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/diplomaten/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/diplomaten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 07:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[Diplomatie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2912</guid>
		<description><![CDATA[Hat die Schweiz die Diplomaten, die sie braucht? Sittenbild einer Branche im Umbruch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat die Schweiz die Diplomaten, die sie braucht? Sittenbild einer Branche im Umbruch</p>
<p>Der gummibärchenfarbige Hörsaal an der Uni Zürich ist gut gefüllt.  »EDA –       Quo vadis?« lautet der Titel der Veranstaltung. Ein  Altbotschafter, ein Thinktank-Gründer und       ein Uni-Professor  parlieren, ganz gesittet, über die Schweiz, ihre Rolle in Europa, in der        Welt. Doch dann, in der Fragerunde mit dem Publikum, entflammt  die Debatte. »Die Schweizer       Außenpolitik ist eine Katastrophe!«,  ruft ein altgedienter Diplomat in den Saal. Zustimmendes       Nicken.  Betretenes Schweigen.</p>
<p>Ist die Schweizer Diplomatie tatsächlich im Niedergang? Und was bedeutete das für den Kleinstaat, der mit den USA und der EU <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-04/pressespiegel-schweiz-steuerfahndung">im Steuerstreit liegt</a>, also stark unter Druck steht – und dabei immerfort Zugeständnisse machen muss?</p>
<p>Ein paar Wochen später, in der Au Premier Bar im Zürcher  Hauptbahnhof. Christian Blickenstorfer, graue Haare, dünne Brille, trägt  einen schwarzen Rollkragenpullover, ein schwarz-weiß gestreiftes  Jackett. Eben ist er aus seinem Zweitwohnsitz im Engadin an den  Zürichsee zurückgekehrt. Als Botschafter war er für die Schweiz in  Saudi-Arabien, Washington und Deutschland. Im vergangenen Sommer, nach  seiner Pensionierung, gründete Blickenstorfer einen Klub ehemaliger  Diplomaten, die <a href="http://swissdiplomats.net/" target="_blank">Swiss Diplomats – Zurich Network</a>. An der Uni Zürich saß er mit auf dem Podium.</p>
<p>Seine Kritik äußert der 67-Jährige sachlich. Er ist kein Gekränkter  wie Carlo Jagmetti, der ehemalige Botschafter in Washington, den der  Bundesrat 1997 fallen ließ, weil in der Affäre um die Holocaust-Gelder  eine seiner geharnischten Depeschen an die Öffentlichkeit gelangte. Er  ist keiner wie <a href="http://www.zeit.de/2009/43/CH-Portraet-Bohrer">Thomas Borer</a>, der letzte Star der Schweizer Diplomatie, der als Botschafter in Berlin sogar bei <em>Wetten, dass..?</em> auf dem Showsofa saß, das Opfer einer Medienkampagne wurde und  schließlich das Eidgenössische Departement für auswärtige  Angelegenheiten (EDA) im Streit verließ.</p>
<p>Aber auch Christian Blickenstorfer findet, auf ihn und seine  Botschafterkollegen werde zu wenig gehört. Etwa in der Debatte ums  Bankgeheimnis. Seit Jahren hätten sie die Zentrale in Bern darauf  aufmerksam gemacht, dass die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung  und Steuerbetrug außerhalb der Schweiz nicht verstanden werde. »Die  Schweiz hätte für die Aufgabe des Bankgeheimnisses von den USA eine  Gegenleistung aushandeln können, wenn Bern früher die Warnungen der  Diplomaten auf den Außenposten gehört hätte.«</p>
<p>Doch geht es den Altbotschaftern wirklich nur darum, endlich Gehör zu  finden, endlich befreit vom Maulkorb, den sie von Amtes wegen trugen,  ihre Meinung zu sagen?</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/15/CH-Diplomaten/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Botschafterkonferenz 1937 in Oberdiessbach </span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/diplomaten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gelebter Stillstand</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/gelebter-stillstand/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/gelebter-stillstand/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 14:24:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2905</guid>
		<description><![CDATA[Nächste Woche fährt Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf zur EU nach Brüssel. Aber wer interessiert sich dort noch für uns?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das wirklich der Mann, über den alle Schweizer, die mit ihm zu  tun haben, sagen, er sei ein Betonkopf? Gianluca Grippa, Leiter des  Swiss-Desk im Europäischen Auswärtigen Dienst, empfängt in seinem Büro  an der Rue de la Loi. Die Wände sind vollgepflastert mit Werbeplakaten  von Jungfraubahn und Tessin-Tourismus, auf dem Aktenschrank stehen  Bildbände übers Wallis und die <a href="http://www.zeit.de/themen/reisen/cityguide-zuerich/index" target="_blank">Stadt Zürich</a>. Der Mann, der wie keiner sonst der Eidgenossenschaft das Leben in Brüssel so schwer macht, ist ein Schweiz-Fan.</p>
<p>Allein, der Italiener mit den leidlichen Englischkenntnissen, liebt zwar das Klischee der <a href="http://www.zeit.de/schlagworte/orte/schweiz/index" target="_blank">Schweiz</a> – aber Hoffnung auf ein Entgegenkommen macht sich in Bern deswegen  niemand. Dazu gibt es auch keinen Grund. Der hohe Diplomat wiederholt  mantraartig, was in allen Depeschen aus Brüssel steht, die in den  vergangenen Jahren den Weg nach Bundesbern fanden: Wer an Europa, diesem  Markt mit 500 Millionen Konsumenten, teilhaben will, muss sich an die  Spielregeln halten. Punkt.</p>
<p>Wer heute ohne Aufnahmegerät mit EU-Vertretern spricht, wundert sich  über die scharfe Tonlage. Das klingt dann so: Ihr Schweizer, ihr <em>»unruly kids«</em>,  ihr »Rosinenpicker«, müsst endlich entscheiden. Seid ihr dabei oder  nicht? Akzeptiert ihr unsere Regeln oder nicht? Gianluca Grippa selbst  sagte vor ein paar Monaten gegenüber Schweizer Kantonsvertretern: »Der  bilaterale Weg ist viel zu kompliziert. Er ist ein Fehler, den man nicht  wiederholen darf.« Kompromisse, das war mal. Gibt es nicht mehr. Basta.</p>
<p>Egal, ob im Parlament, dem Rat oder in der Kommission, überall heißt  es: Erst wenn die Schweiz eine unabhängige Instanz akzeptiert, welche  die Umsetzung der bilateralen Verträge überwacht; erst wenn klar ist,  welche Richter allfällige Streitigkeiten der Vertragspartner EU und  Eidgenossenschaft schlichten; erst wenn die Schweiz automatisch neues  EU-Recht anwendet, das in den Geltungsbereich der bilateralen Verträge  fällt – erst dann werden neue Abkommen ein Thema.</p>
<p>Und so scheint alles klar, als man an diesem nebelverhangenen  Spätwintertag den menschenleeren Rundbau des Auswärtigen Dienstes an der  Rue de la Loi verlässt und ins historische Zentrum von Brüssel  schlendert: Die Schweiz muss sich bewegen. Der Königsweg, der  bilaterale, ist zur Sackgasse geworden. Er ist zu komplex.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/12/CH-Verhaeltnis-EU-Schweiz/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/gelebter-stillstand/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Verliert nicht den Mut</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/verliert-nicht-den-mut/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/verliert-nicht-den-mut/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Mar 2012 09:58:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2901</guid>
		<description><![CDATA[Wie eine erfolgreiche Schweizer Migrationspolitik im Jahr 2030 aussehen könnte]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zahl ist groß. Zu groß, um tatsächlich Politik werden zu können.  27,1       Millionen junge Menschen müssten jährlich nach Europa  einwandern, damit das heutige Verhältnis       von Arbeitstätigen und  Pensionierten bis ins Jahr 2050 stabil bleiben würde, berechnete die        Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.  Für die Schweiz hieße       das: Wollte sie <a href="http://www.zeit.de/2012/06/Demografie-Steinbrueck">den demografischen Wandel</a> allein mit Zuwanderung bekämpfen, müsste sie nicht       70.000,  sondern 300.000 Menschen pro Jahr aufnehmen. Sich also einmal die Stadt  Zürich       einverleiben – anstatt wie heute eine Stadt von der Größe  Luganos.</p>
<p>Die Zahlenspielerei zeigt: Migration ist kein Allheilmittel, auch  nicht gegen die Überalterung der Gesellschaft. Aber eine clevere  Migrationspolitik ist ein Standortvorteil. Staaten, die Einwanderer  vergraulen, werden sich dereinst verfluchen. Denn andernorts buhlt man  um sie.</p>
<p>Wie also sähe eine solche Politik aus, gedacht für das Jahr 2030, für eine Schweiz mit dannzumal wohl 9 Millionen Einwohnern?</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/11/CH-Migrationspolitik/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/verliert-nicht-den-mut/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>»Gott hat gewollt, dass ich hier bin«</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/portrat-untergetauchte/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/portrat-untergetauchte/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 10:12:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2884</guid>
		<description><![CDATA[Ein Leben auf fremden Sofas: Joëlle aus Kamerun ist abgetaucht. Seit drei Jahren schlägt sie sich durch. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Leben auf fremden Sofas: Joëlle aus Kamerun ist  abgetaucht. Seit drei Jahren schlägt sie sich durch. Jede Kontrolle kann  die letzte sein.</p>
<p>An einem Dezembermorgen im Jahr 2007, einem Samstag, stand Joëlle,  die       eigentlich anders heißt, im jurassischen Vallorbe vor einem  hohen Stacheldrahtzaun. Der       Pförtner öffnete ihr das Tor, sie trat  ein und stellte an der Rezeption des Empfangs- und        Verfahrenszentrums ihren Asylantrag.</p>
<p>Es war ein Versuch. Er scheiterte. Nach ein paar Wochen erhielt  Joëlle den Entscheid:       negativ, abgelehnt, abgewiesen. Trotzdem  sitzt sie vier Jahre später in einem Bürozimmer in       Kleinbasel an  einem runden Sitzungstisch. Auf dem Schoß ein etwa vierjähriges Mädchen,  das       nicht ihre Tochter ist. Joëlle, die 42-jährige abgewiesene  Asylbewerberin, ist untergetaucht.       Sie arbeitet als Putzfrau und  Kindermädchen.</p>
<p>Sie lebt ein Leben ohne Ausweis, ohne Papiere, in ständiger Angst vor  der Polizei. Wird sie       geschnappt, drohen ihr Gefängnis und  Ausschaffung. Aber für Joëlle bietet das Leben im       Untergrund eine  Perspektive: Arbeit und Geld.</p>
<p>Daheim in Kamerun, in Bafoussam, wo Joëlle als Grundschullehrerin  arbeitete, aber viel zu       wenig verdient habe, wie sie sagt, hatte  sie mit ihren Kolleginnen diskutiert, was zu tun       wäre. Auswandern,  weggehen, in die Schweiz am besten, dachten sie. Ein Cousin, der in  Kamerun       kein Cousin, sondern ein über drei Ecken Bekannter ist,  lebte bereits dort. Also trieb Joëlle,       irgendwie, 4.000 Franken  auf, verschuldete sich damit und besorgte sich einen Pass und ein        Visum. Wobei nicht ihr Name darin stand, nicht ihr Foto darin klebte,  sondern das einer       Landsfrau, die ihr ähnlich sah. »Wir mussten  recht lange suchen, bis wir jemanden fanden«,       sagt Joëlle. Und sie  lacht schallend. Heute ist sie ein Jedermann, gerade im  Ausländerquartier       Kleinbasel. Ihre dunklen Haare mit den  hellbraunen Mèches hat sie kurz geschnitten und hart       geföhnt. Sie  trägt Turnschuhe, weiße Hosen und ein himbeerrosa Strickjäckchen mit        Reißverschluß, an dem sie nestelt. Unmodische Tarnung. Wäre da nicht  ihre dunkle Hautfarbe,       sie würde kaum auffallen.</p>
<p>Es war das erste Mal, dass Joëlle ihr Land verließ. »Gott hat mich  übers Meer getragen, Gott       hat mich über die Kontinente geflogen«,  sagt sie in ihrem Französisch mit afrikanischem       Singsang.  Angekommen am Flughafen Zürich, musste Joëlle ihren »gemieteten« Pass  mit dem Visum       einem Mittelsmann abgeben, er fuhr sie zu ihrem  Cousin nach Freiburg. Dann nach Delsberg. Dann       wieder Freiburg.  Immer blieb sie nur ein paar Tage. Ihre       <em>»tour de maisons«,</em> nennt es       Joëlle. Mal schlief sie auf der Couch, mal im  Gästebett. Schließlich gab ihr der Cousin einen       Tipp: »Joëlle,  stell einen Asylantrag.«</p>
<p>Aber dafür brauchte sie eine Geschichte, die sie den Behörden immer  und immer wieder erzählen       konnte. Wenn man sie heute danach fragt,  muss sie erst nachdenken, was sie damals als       Asylgrund angab. »Es  ist schwierig, die Geschichte zu behalten«, sagt Joëlle. Schließlich        folgt eine bruchstückhafte Story über Parteispenden-Hinterziehung im        Präsidentschaftswahlkampf, die man Joëlle und ihren Freundinnen  in die Schuhe schieben wollte.       Erfunden, nein, nein, sei ihre  Geschichte nicht. »Aber so schlimm, wie ich es erzählte, war es        nicht gewesen.« Das merkten auch die Behörden, die Geschichte erschien  ihnen unglaubwürdig.       Sie lehnten den Antrag ab. »Ich realisierte«,  sagt Joëlle, »dass dieses Asylverfahren nicht       das ist, was man  mir erzählt hatte.« Kein Selbstläufer. In Solothurn, wo sie in der        Zwischenzeit in einem Asylzentrum lebte, mit mehreren Personen im  Zimmer, machten die Behörden       Druck: »Il faut rentrer! Il faut  rentrer! Du musst zurück! Du musst zurück!« Täglich       flatterten  Briefe ins Haus: Ausreisebefehle. Und immer wieder kam die Polizei und  nahm       Bewohner mit.</p>
<p>Joëlle wusste, das drohte auch ihr. Sie wurde nervös, gestresst.  Zurück nach Bafoussam wollte       sie keinesfalls. Weder Haus noch  Arbeit hatte sie dort. Dafür Angst, die Regierung könnte von       ihrer  Lügengeschichte gehört haben. Sie besprach sich mit Bekannten, die sie  hier getroffen       hatte: in den Gottesdiensten afrikanischer  Gemeinden mit Pfarrern und Mitgläubigen, in den       Supermärkten und  Coiffeur-Salons mit Landsleuten. Schließlich ging es schnell. Eines  Abends       packte sie ihre Sachen, eine Tasche voll, ein Freund holte  sie in Solothurn ab. Sie fuhren       nach Delsberg. Joëlle tauchte  unter.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/09/CH-Asylbewerber-Portraet/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Montage Matthias Daum </span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/portrat-untergetauchte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Dunkelziffer</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/asylbewerber-dunkelziffer/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/asylbewerber-dunkelziffer/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 09:56:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2881</guid>
		<description><![CDATA[Mit allen Mitteln werden abgewiesene Asylbewerber zum Verlassen der Schweiz gedrängt. Sie aber tauchen ab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit allen Mitteln werden abgewiesene Asylbewerber zum Verlassen der Schweiz gedrängt. Sie aber tauchen ab.</p>
<p>Der Typ mit Wollkappe zeigt seinen Ausweis, stellt sich vor:  »Stalder,       Polizei«. Man müsse kurz rein, habe einen Tipp bekommen.  Zimmer 24, dort würden Drogen       gebunkert. Ein Betreuer, der an  diesem Freitag im Nothilfezentrum der Asylorganisation Zürich        Dienst hat, begleitet die Polizisten in die Baracken: Holztäferwände,  ausgetretene       Linoleumböden, es riecht nach Essen, nach vielen  Menschen auf wenig Raum. Die Zimmer sind       klein: zwei Betten, zwei  Schränke auf acht Quadratmetern. Ein Fernseher plärrt.</p>
<p>Das Nothilfezentrum sollte eigentlich die letzte Bleibe für  abgewiesene Asylbewerber in der       Schweiz sein. Doch Recherchen der  ZEIT zeigen: Für Tausende ist es nur eine Zwischenstation –       vor  dem Gang in die Illegalität.</p>
<p>Wer an der Juchstraße in Altstetten lebt, zwischen Autobahn,  Gleisfeld und Schrebergärten,       dürfte eigentlich nicht mehr im Land  sein. Sein Asylgesuch wurde abgelehnt, er müsste       ausreisen. Nach  Tunesien, Algerien, Afghanistan, Nigeria. Er erhält nur noch das  Nötigste:       Nothilfe. 8.50 Franken am Tag, ein Dach über dem Kopf,  in Notfällen medizinische Betreuung –       und immer wieder mal Besuch  von der Polizei.</p>
<p>Das Nothilfe-Regime ist Teil der Asylpolitik, welche die Schweizer  Bevölkerung 2008       absegnete. 68 Prozent stimmten damals der  Verschärfung des Asylgesetzes zu. Abgewiesene       Asylbewerber sollten  fortan keine Sozialhilfe mehr bekommen. Mit dieser Vergraultaktik  würden       mehr Abgewiesene schneller ausreisen – das war die Idee,  und das versprach man der       Bevölkerung.</p>
<p><strong>Wer aus den Statistiken fällt, interessiert nicht mehr</strong></p>
<p>Bereits 2010 schrieb indes das <a href="http://www.bfm.admin.ch/bfm/de/home.html" target="_blank">Bundesamt für Migration</a> (BfM) in einem Monitoring über die       finanziellen Folgen des  Sozialhilfestopps: Jeder siebte Asylbewerber bleibt in der Schweiz,        obschon er nur noch Nothilfe erhält. Der damalige Amtsdirektor Alard  du Bois-Reymond sagte:       »Insgesamt bewerten wir die Maßnahme  positiv.« Migrationsexperten zeigten sich kritischer: Das        Nothilfe-Regime habe nicht mehr Leute schneller außer Landes gebracht.  Hilfsorganisationen       beklagten zudem die prekären Lebensbedingungen  der Nothilfebezüger. Die Eidgenössische       Kommission für  Migrationsfragen sprach von einem »folgenschweren Wendepunkt in der        Asylpolitik«. Das härtere Asylverfahren führt zu einem vermehrten  Untertauchen von       abgewiesenen Asylbewerbern. Das legt ein  detaillierter Blick in die offiziellen Statistiken       und Berichte  nahe.</p>
<p>So zeigen die Zahlen aus dem Zentralen Migrationsinformationssystem,  Stand Ende 2010, dass       das Bundesamt für Migration von der Hälfte  der abgewiesenen Asylbewerber nach Abschluss des       Verfahrens nicht  mehr weiß, wo sie sich aufhalten. In der Sprache der Statistiker liest  sich       das folgendermaßen: Von 10.522 Personen werden 2.540, also  rund ein Viertel, unter »andere       Abgänge« aufgeführt, sie sind  einfach weg. Weitere 2.343 Personen fallen in die Kategorie        »unkontrollierte Ausreise«. Nach offizieller Darstellung meint dies,  diese Menschen seien       selbstständig in ihre Heimat zurückgekehrt.  In zahlreichen Gesprächen mit den       Asylkoordinatoren der Kantone,  welche diese Zahlen an den Bund liefern, klingt es anders.       Fragt  man sie, wo denn diese 2.343 Asylbewerber hingegangen seien, ist die  Antwort überall       dieselbe: »Wir wissen es nicht.« Oder wie eine  Asylkoordinatorin meint: »Sie können das       ›Ausreise‹ aus  ›unkontrollierte Ausreise‹ streichen.« Im Jahr 2010 verschwanden in der  Schweiz       also bis zu 4.883 abgewiesene Asylbewerber, sie reisten in  ein anderes Land oder gingen in den       Untergrund.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/09/CH-Asylbewerber/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: right;">Bild:</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/asylbewerber-dunkelziffer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Bücherstreit</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/buchpreis/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/buchpreis/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 21:01:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2873</guid>
		<description><![CDATA[Retten feste Preise die Schweizer Buchbranche? Ein hitziges Streitgespräch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Retten feste Preise die Schweizer Buchbranche? Ja, sagt Dani Landolf vom  Buchhändler- und Verlegerverband. Nein, meint der Zürcher Verleger  Hans-Rudolf Wiedmer.</p>
<p><strong>DIE ZEIT:</strong> Herr Landolf, warum soll eigentlich ausgerechnet das Buch nicht den Gesetzen des Marktes         unterworfen sein?</p>
<p><strong>Dani Landolf:</strong> Da frage ich zurück: Weshalb  soll ausgerechnet für das Buch nur das Gesetz des freien         Marktes  gelten? Letztlich ist es doch selbst für die meisten unserer Gegner  unbestritten: Es         braucht Regulierungen und Formen der  Unterstützung, um eine lebendige Kultur zu fördern und         zu  erhalten. Opernhäuser, Theater, Film und Musik werden deshalb  unterstützt, beim Buch ist         dies kaum der Fall. Die  Buchpreisbindung ist ein Instrument, um dieses Defizit ein wenig          aufzufangen.</p>
<p><strong>Hans-Rudolf Wiedmer:</strong> Ich würde differenzieren:  Nicht jedes Buch ist ein Kulturgut. Aber grundsätzlich sollte man          sich für das Kulturgut Buch intensiv einsetzen. Aber der Kampf Ihres  Verbandes, Herr         Landolf, für die Buchpreisbindung hat viel zu  viele Ressourcen gebunden, weshalb man andere         wichtige Dinge aus  den Augen verloren hat.</p>
<p><strong>Landolf:</strong> Auch ich bedaure es sehr, dass dieses  Thema unseren Verband seit Jahren beschäftigt. Diese         lange  Verzögerung ist einer Obstruktionspolitik der Gegner zu verdanken: Immer  wieder         forderten sie neue Studien – und am Schluss ergriffen  sie das Referendum gegen die         Buchpreisbindung.</p>
<p><strong>Wiedmer:</strong> Es wäre mir ein Anliegen, in diesem  Gespräch sachlich zu diskutieren. Es ist naiv, zu         glauben, mit  der Buchpreisbindung hätten wir ein Buchparadies: blühende  Buchlandschaften,         wohlgenährte Autoren, satte Verlage. Sie  wissen, dass dies eine Karikatur ist. Seit mehr als         25 Jahren  mache ich Bücher, es gab in dieser Branche schon vor 2007, dem Ende der          Buchpreisbindung, eine Krise.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/08/CH-Buchpreisbindung/komplettansicht"><em>…weiter </em></a></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Bild: Matthias Daum</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/buchpreis/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Denker außer Dienst</title>
		<link>http://www.matthiasdaum.ch/denker-ausser-dienst/</link>
		<comments>http://www.matthiasdaum.ch/denker-ausser-dienst/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 10:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Daum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Agglomeration]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Städtebau]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.matthiasdaum.ch/?p=2864</guid>
		<description><![CDATA[Architekten gehören zu den schärfsten Kritikern der "Hüsli-Schweiz". Doch die Raumplanung überlassen sie lieber anderen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Architekten gehören zu den schärfsten Kritikern der &#8220;Hüsli-Schweiz&#8221;. Doch die Raumplanung überlassen sie lieber anderen.</p>
<p>Im Zeichnungssaal des Siebziger-Jahre-Baus der ETH Hönggerberg  herrscht       Chaos. Weiße und hellblaue Styroporreste bedecken den  Boden, auf den Tischen stehen       Brückenmodelle aus Balsaholz, die  sich über mehr oder minder kunstvoll bemalte Pappmaché-Tobel        schwingen. Die Erstsemester sind im Abgabestress, bald beäugen Experten  ihr Schaffen,       entscheiden darüber, ob ihr Traum in Erfüllung geht –  kraft ihrer Intuition und Introspektion       irgendwann den  großartigen Wurf zu landen, der ihnen den Platz im Architektur-Olymp        sichert.</p>
<p>Das <a href="http://www.arch.ethz.ch/darch/index.php?lang=de" target="_blank">Architekturdepartement der ETH</a> genießt Weltruhm. Abgänger der Zürcher Schule sind gefragt, man findet  sie in allen großen Architekturbüros. Bauten von Herzog &amp; de Meuron,  Gigon/Guyer, Valerio Olgiati, Marcel Meili oder Roger Diener sind  Exportschlager designed in Switzerland. Und wo die Großmeister bauen,  ist die Medienmeute. In den schönsten Farben und Formen glänzen und  strahlen später ihre Werke in den Branchenblättern und Feuilletons.</p>
<p>Allein bei der wichtigsten aller Aufgaben hat die Schweizer  Architektenelite versagt: Es gelang ihr nicht, einen Ansatz von Ordnung,  eine Struktur in den Schweizer Siedlungsbrei zu bringen, der sich  durchs Mittelland ergießt.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://www.zeit.de/2012/06/CH-Architekten/komplettansicht"><em>…weiter</em></a></p>
<p style="text-align: left;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Zeichnungssaal an der ETH um 1930, ETH Bildarchiv</span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.matthiasdaum.ch/denker-ausser-dienst/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

