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Notizbuch

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23. Oktober 2011

Sprawl rocks! – TEDxZurich Talk

Anfangs Oktober sprach ich an der TEDxZurich-Konferenz über mein Lieblingsthema: die Agglo. Und darum ging es:

For nearly sixty years, Swiss intellectuals, urban planners and architects have been ranting and raving about the way the country’s landscape is developing. But each society gets the landscape it deserves. So why has Switzerland been landed with urban sprawl? Because that is the way we want to live: commuting gives stability to our complicated lives. Thus, instead of arguing against the supposedly immoral form of the suburban lifestyle, we should try to make it sustainable. Sprawl is our future – whether we like it or not.

Statler&Waldorf5thseason
09. Juli 2011

Jacques Statler and Marcel Waldorf

Heute im Tages-Anzeiger gelesen: das grosse Interview mit Jacques Herzog und Marcel Meili. Die zwei Stararchitekten wettern wieder einmal über den Zustand der Schweiz. Vieles kann man unterschreiben, ja, man möchte einstimmen in die Suada gegen die Zersiedelung und dem Verdichtungs-Geschwätz, dem keine Taten folgen.

(Zwischenruf: wer sich die sommerliche, tägliche Tagi-Lektüre sparen will, dem sei diese Artikelsammlung ans Herz gelegt. Alle Themen bereits abgehandelt, einiges davon aus meiner Feder.)

Zurück zur Interviewlektüre. Da beschleicht einem das Gefühl: Die zwei Herren machen es sich zu einfach.

Beispiele gefällig? Et voilà!

Marcel Meili: Der Begriff «Verdichtung» ist inzwischen selber zu einer Leerformel verkommen. Heute ist jeder SVP-Gemeindepräsident für «Verdichtung», vorausgesetzt, sie findet nicht vor seiner Haustüre statt. Das geplante Zürcher Fussballstadion ist auch daran gescheitert, dass es verschiedene Anwohner als Skandal empfanden, dass sie nach dem Bau den Uetliberg nicht mehr gesehen hätten. Wirkliche Verdichtung würde eine Stadtvorstellung bedingen, die Enge und Wucht oft aufregender findet als Luft und Weite. Man würde dann vielleicht Wohnungen, die gegen Norden in einen lichtbestrahlten Hang schauen, schöner finden als Südwohnungen. Und es gäbe Leute, die selbst Schatten von mehr als zwei Stunden auf Wohnungen nicht als Verbrechen betrachten, die auch nicht reflexartig jedes Grünzeug mehr lieben werden als den Stein der Strasse.

Klar hat Meili recht. Geschenkt, dass er das jüngste und absurdeste Zürcher Beispiel, das vorderhand verhinderte Altersheim Trotte, nicht erwähnt, sondern nur sein Stadionprojekt. Aber wieso sich darüber ärgern, dass die Schweizer Städter Luft und Weite aufregender finden als Enge und Wucht? Soll man die Leute umerziehen? Wieso nicht  Zeit, Arbeit, Energie auf Projekte an Orten verwenden, wo die Schweiz des 21. Jahrhunderts tatsächlich gestaltet wird? Widmet euch der Agglo, nicht den Kernstädten. (Mehr dazu in der aktuellen ZEIT Schweiz; am Kiosk erhältlich.)

Beispiel zwei:

Herzog: Wir sind weder für mehr Staat noch für mehr Zentralismus und weniger Demokratie. Es ist unsere Aufgabe, die urbanistische und landschaftliche Entwicklung der Schweiz zu beobachten, zu kommentieren und Vorschläge vorzubringen. Wenn wir sagen, es ist Zeit für eine neue Radikalität, ist das nicht der Aufruf zu einem Staatsstreich, sondern der Aufruf, das Hirn einzuschalten. Wir sollten nicht die ewig gleichen ideologischen Parteiparolen runterbeten. Die Schweiz ist zwar nicht revolutionär, aber zumindest pragmatisch. Dieser Pragmatismus reicht nun offensichtlich nicht aus, um die anstehenden Probleme von Besiedlung/Urbanität/Landschaft über die Grenzen von Gemeinden, Kantonen und des ganzen Landes anzugehen. Das wäre aber nötig, um die Schönheit des Lebensraums Schweiz zu erhalten.

Dass wir es nicht vergessen: seit mehreren Jahrzehnten (!!!) wettern Experten gegen die Schweizer Raumplanung. Und was ist das Resultat? Ein Siedlungsbrei. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Flughöhe der Debatte zu ändern. Denn in der Schweiz kann nur etwas bewirken, wer unten ansetzt: in den Gemeinden. Wer sich aber grundsätzlich nur als Beobachter, Kommentator und Ideengeber versteht, der scheut die Verantwortung. Der will zwar feinsinnige Gedanken spinnen, grosse Würfe in die Welt setzten – aber sich nicht ins mühsame Kleinklein der Politik begeben. Dort aber müssten Figuren wie Meili und Herzog hin.

So aber erinnern sie an die zwei Alten aus der Muppet-Show. Die finden das Gebotene mies, gucken aber doch immer zu und stänkern von der Tribüne:

– Waldorf: Just when you think this show is terrible something wonderful happens.
– Statler: What?
– Waldorf: It ends.

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20. Juni 2011

Kick it like…

Nächsten Sonntag startet die Frauenfussball-WM in Deutschland. Grund genug, um etwas im eigenen Archiv zu wühlen, und siehe da: anno 2002 schrieb ich zusammen mit Christian Schinzel eine Seminararbeit zum Thema. «Heldinnen in Stollenschuhen» vergleicht den Frauenfussball in der Schweiz und den USA nach 1970. Wer mag, kann hier (PDF) nachlesen, wieso sich die Europäer mit Fussball spielenden Frauen so schwer taten und immer noch tun und warum sich im Gegensatz Amerikanerinnen und Amerikaner für Frauenfussball begeistern können – es hat auch etwas mit der Förderung des amerikanischen Frauensports von Gesetzenswegen zu tun.

Damals interessierte sich auch das Bulletin der Credit Suisse für das Thema und bat mich zum Interview.

Bild: Die Amerikanerin Mia Hamm, erster weiblicher Fussballstar, im Zweikampf bei einem Länderspiel gegen Norwegen.

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30. Mai 2011

Singapur, zum Zweiten

In der aktuellen Ausgabe der Zeit schreibe ich über prominente Ökonomen, welche die Schweiz zum Stadtstaat à la Singapur machen wollen. Eine schlechte Idee, wie ich finde. Auch, weil sich Singapur – oder das ebenfalls häufig zitierte Hongkong – kaum mit der Schweiz vergleichen lassen.

Jüngstes Beispiel war letzten Samstag in der NZZ (print only) zu lesen. «Der britische Journalist und Autor Alan Shadrake muss in Singapur eine sechswöchige Haftstrafe absitzen. Es wird ihm vorgeworfen, mit seinem Buch über die Todesstrafe Singapurs Justiz “skandalisiert” zu haben», schreibt Südostasien-Korrespondent Marco Kauffmann. Der in Malaysia wohnhafte Buchautor war im Juli 2010 verhaftet worden, als er in Singapur sein Werk («Once a Jolly Hangman: Singapore Justice in the Dock») vermarkten wollte. Die Behörden stellen sich auf den Standpunkt, Shadrake habe auf verleumderische Weise Fakten, Halbwahrheiten und Lügen vermischt und dadurch die Justiz skandalisiert. Nach Angaben von Amnesty International sind auf der Tropeninsel seit 1991 mindestens 420 Personen gehängt worden. Treffen diese Zahlen zu, würden in Singapur – relativ zur Bevölkerungszahl – so viele Delinquenten exekutiert wie nirgendwo auf der Welt. Online mehr dazu bei der BBC oder dem Guardian.

Wahrlich ein schlechtes Vorbild, dieser Stadtstaat.

Bild: Alan Shadrake, AFP
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22. Februar 2011

Das grosse Blabla

Als Journalist schreibe ich regelmässig über Dinge, die ich nur von aussen kenne. Seien das Zuger, Hochhäuser oder junge Tamilinnen. Zurzeit recherchiere ich eine Geschichte über die Schweizer Armee. Auch sie kenne ich nicht von innen. Nein, Dienst geleistet habe ich nie. Oder genau einen halben Rekrutierungstag, bis der Aushebungsoffizier seinen «UC»-Stempel in mein Dienstbüchlein drückte.

Das hält mich aber nicht davon ab, auch dort mit journalistischer Sorgfalt vorzugehen. Sprich: recherchieren, meine Thesen an der Realität, den Daten und Statistiken testen – und sie gegebenenfalls auch zu revidieren. Doch für viele meiner Journalisten-Kollegen und zahlreiche Politiker scheinen Armeefragen ein Jekami (oder besser ein Jeder-kann-schreiben-was-er-will) zu sein. Da wird behauptet, dass sich die Balken biegen, Thesen als Wahrheiten verkauft – und um die Fakten kümmert sich kaum jemand.

Und ich dachte immer, das grosse Blabla sei dem Popmusik-Journalismus vorbehalten…

Die Geschichte erscheint Mitte März in der ZEIT.

07. Januar 2011

Sponsored by… 

 

Stiftungen, Unternehmen und Private engagieren sich an Schweizer Hochschulen. Sie beteuern, dass die Freiheit von Lehre und Forschung nicht gefährdet sei. Doch auch an der Uni gilt: Wer zahlt, befiehlt. – Dies schrieb ich im letzten Mai in einem NZZ-Artikel. Nun bin ich für eine NZZ Folio-Ausgabe zum Thema «Sponsoring» an einer ähnlichen Geschichte.

Aber diesmal will ich es wissen: wie viele Lehrstühle/Institute an den Schweizer Hochschulen sind (ganz oder teilweise) von Privaten bezahlt?

Zusammen mit Christian Heuss, der eine «Kontext»-Sendung auf DRS 2 zum selben Thema plant, bin ich deshalb daran, Daten über gesponserte Lehrstühle und Institute an Schweizer Hochschulen zusammenzutragen.

Folgende Punkte interessieren uns:

1. Name des Lehrstuhls
2. Name des Lehrstuhlinhabers
3. Gründung des Lehrstuhls
4. Eintrittsalter des Lehrstuhlinhabers
5. Name des Instituts
6. Website des Lehrstuhls
7. Sponsor
8. Art der Finanzierung
9. Dauer der Finanzierung
10. Höhe des Sponsoringbeitrags
11. Anschlussfinanzierung
12. Vertragliche Regelung der Partnerschaft Sponsor/Universität
13. Sind Verträge öffentlich einsehbar?
14. Von wem ging Initiative für Zusammenarbeit aus? Sponsor oder Uni?

Weil zurzeit alle von Crowd- und Data-Journalism reden, lancieren wir  hiermit ein Experiment. Auf diesem Google-Sheet-Formular kann jedermann die Lehrstühle/Institute und ihre Sponsoren eintragen. Sobald der Datensatz etwas angewachsen ist, stellen wir den direkten Link für die Tabelle online.

Also, bitte weiterleiten! Und ja, wir sitzen 1. nicht faul rum, sondern recherchieren selbstverständlich ebenfalls, und 2. kontrollieren wir die eingetragenen Angaben.

Bild: Rolex Learning Centre, © EPF Lausanne.

UPDATE 16.1.2011: Die Datensammlung erfolgt zusammen mit DRS 2. Und die URL des Google-Sheet-Formulars wurde geändert.

UPDATE 28.1.2011: Wir haben das Google Sheet vom Netz genommen, weil die Datenlage zu dünn ist. Die meisten Universitäten lieferten lediglich Richtwerte. 

 

30. November 2010

Adieu Schweiz: Auswanderer gesucht.

Über ihre Einwanderer spricht die Schweiz gerne. Mal fragt man, wie können wir gutverdienende Fremde anlocken? Dann wieder, wie werden wir kriminelle Ausländer los?

Über die Auswanderer aus der Schweiz, darüber schweigt man. Und führt nur rudimentär Buch, in der Auslandschweizer-Statistik des EDA (pdf).

Dabei verlassen jährlich mehrere zehntausend Personen  die Schweiz. Die einen vorübergehend, die anderen für immer. Aber über ihre Motive weiss man kaum etwas. Das möchte ich ändern. Mit einem Artikel in der ZEIT, Erscheinungsdatum noch im Dezember.

Dafür suche ich auswanderungswillige Schweizerinnern und Schweizer. Also, bitte melden. Entweder unter mail@matthiasdaum.ch oder +41 79 361 53 10

Besonders interessiert bin ich an selbstständig erwerbenden Personen aus dem Mittelstand, die sich im Ausland besser Karriere- oder Verdienstchancen erhoffen. Also jene Leute, deren Abhauen man erst gar nicht bemerkt – bis man sie vermisst. Ebenso interessieren mich Pensionären, die Ihren Lebensabend in südlichen Gefilden verbringen möchten. 

In der Zwischenzeit habe ich drei spannende Gesprächspartner gefunden. Der Artikel erscheint in der Schweizer Ausgabe der ZEIT vom 30. Dezember.

01. November 2010

«My duty!»

Gestern starb in Zürich der Unternehmer und Philanthrop Branco Weiss. Hier der Nachruf von Martin Meyer in der NZZ. Im letzten Frühling besuchte ich Weiss für ein längeres Gespräch in seinem Zürcher Penthouse-Büro.

Ein tiefer, hellbrauner Teppichboden, an den Sitzungszimmer-Wänden konkrete Kunst. Am Büchergestell kleben A4-Zettel mit Zitaten von Seneca, Einstein und Ionesco. Auf dem Sitzungstisch liegt der Hannah-Arendt-Wälzer «Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft». Weiss ist ein Begeisterter, gesegnet mit der Abgeklärtheit des Alters: «Aber ich meine nicht zu wissen, wie alles läuft.» Der kroatische Jude, 1943 in die Schweiz geflüchtet, bezeichnet sich als unternehmerisch denkender Wohltäter: «Mich treibt das Sinnvolle.» Was das ist, bestimmt Weiss selbst. Ein Mäzen, sagt er, sei nur erfolgreich, wenn er fördere, was ihn interessiere.

 

Aber weshalb tue er Gutes, fragt man ihn zum Abschied. Plagt ihn das schlechte Gewissen? «Nein!» Der alte Herr wird resolut. Selbstzwang schade der Wohltätigkeit: «Dann sind Sie ein neurotischer Philanthrop und müssen immer etwas beweisen.» Es gehe nicht ums gute Gefühl. Sondern um die Verantwortung, um die Pflicht. «My duty!»

Der ganze Artikel ist hier nachzulesen.

22. Oktober 2010

Zwei Stunden mit Wang Hui

 

Letzten Dienstag hatte ich das Vergnügen, den chinesischen Literaturhistoriker Wang Hui für ein Gespräch zu treffen. In den nächsten Tagen wird in der NZZ ein Porträt erscheinen. Hier mal schon zwei Zitat-Schmankerl.

Über seine Intellektuellen-Kollegen aus dem Westen:

«Aber wenn sie nach China kommen, vergessen sie ihre kritische Einstellung gegenüber ihrem eigenen politischen System».

Wang warnt vor einer kritiklosen Übernahme westlicher Modelle in China:

«Jedes politische System braucht eine politische Kultur, auf deren Grundlage es gedeihen kann»

 

18. Oktober 2010

Wovon träumt der Mittelstand?

Egal, ob Linke oder Rechte, alle Politiker lieben ihn: den Mittelstand. Ihm fühlen sich die Parteien verpflichtet. Ihn wollen sie stärken, belohnen oder retten. Nur, wer oder was ist der Mittelstand in der Schweiz? Was steckt hinter den statistischen Grössen, über welchen ihn die Bundesbeamten und Bankökonomen definieren?

Diesen Fragen will ich in den nächsten Monaten in mehreren Artikel nachgehen. Als erstes treibt mich die Frage um: Wovon träumt der Mittelstand. Vom Häuschen habe ich bereits hier berichtet. Aber was sind die anderen Fixpunkte in ihrem Leben? Welche Werte vertreten sie? Wo liegt ihr Shangri-La?

Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, eine Ahnung? Eine Vermutung? Ich bin gespannt auf Ihren Input. Entweder hier in den Kommentaren, per Mail an mail at matthiasdaum.ch oder per Telefon unter 043 539 96 03

Hier eine Kollegen-Meinung:

Ich frage mich, ob es überhaupt eine gültige Definition für den Mittelstand gibt.

Mittelstand kann man über das Einkommen bzw. Vermögen definieren. Dann entsteht eine äusserst grosse und heterogene Gruppe. Es wäre dies wohl die Definition, derer sich das Bundesamt für Statistik bedient.

Wenn du den Traum vom Einfamilienhaus auf dem Land beschreibst, zielt Mittelstand aber in die Richtung von Denkmodellen und Lebensentwürfen.

Unsere Familie gehört nach Einkommens-Situation zweifellos zum Mittelstand, ich hatte aber bspw. nie den Traum eines Einfamilienhauses auf dem Land. Wir haben zwar auch ein Haus, aber es war für uns immer klar, dass dies in der (Klein)-Stadt stehen muss, weil wir ohne Auto auskommen und auf ein gewisses Infrastruktur-, Kultur- und Sportangebot nicht verzichten wollen.

Es gäbe neben dem Einfamilienhaus sicher noch viele Wünsche, Lebensentwürfe und Denkweisen, mit derer Hilfe man grosse Gruppen der Bevölkerung unterscheiden könnte – obwohl sie per definitionem der Gruppe des Mittelstandes angehören.

 

Ich sehe die Sachelage ähnlich. Aber gerade weil die (unterschiedlichen) ökonomischen Definitionen von Mittelstand zu kurz greifen, finde ich es wichtig, sich dieser schweigenden Mehrheit vermehrt journalistisch zu widmen.

Mir schwebt vor, dieser Repo http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/unser_heim_1.5822196.html weitere folgen zu lassen. Quasi, sich dem MIttelstand in Themen-Happen zu nähern.

Aber was würden Sie, liebe Leserinnen und Leser sagen, welche Träume oder Ziele sind neben dem «Hüsli» zentral? Ferien? Auto?

 

 

UPDATE 11.11.10:

Auch bei Avenir Suisse macht man sich Gedanken zum Mittelstand. Neo-Jefe Gerhard Schwarz gegenüber tagesanzeiger.ch

 

Eine spannende Frage dabei ist, ob die Reformen, für die wir eintreten, nicht ausgerechnet dem Mittelstand schaden, der uns weltanschaulich unterstützt. Wenn wir beispielsweise dafür sind, dass die Leute ihre Kosten möglichst selber tragen, führt das zu höheren Gebühren und Tarifen. Die unteren Schichten der Bevölkerung erhalten Subventionen, die oberen Schichten kümmert es nicht. Aber den Mittelstand schmerzt es.

Und Claude Longchamp meint auf seinem Stadtwanderer-Blog:

thomas minder, bürgerlich denkender unternehmer aus dem schaffhausischen und initiant gegen die abzocker-mentalität der banken, hat der stimmungslage des mittelstandes wieder eine stimme gegeben.

 

UPDATE 6.12.10:

Das Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) hat im Auftrag des Verbands Angestellte Schweiz eine Erhebung über die wirtschaftliche Situation des Schweizer Mittelstandes gemacht. Ihrer Untersuchung legten die BASS-Fachleute dabei eine klare Definition des Mittelstandes zugrunde. Demnach entfallen je ein Fünftel (also je 20 Prozent) auf die einkommensschwachen und die einkommensstarken Haushalte. Die drei mittleren Fünftel bilden den Mittelstand, der wiederum in einen unteren, mittleren und oberen Mittelstand aufgeteilt werden kann.