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Notizbuch

11. Juni 2009

Ein Buch-Schinken, «Musikszene Schweiz»

Eben im Chronos Verlag erschienen der 696-seitige Buch-Schinken «Musikszene Schweiz», für den ich einen Beitrag über Mundart-Rap beigesteuert habe.

Hierfür traf ich mich mit dem liebenswürdigen Bösen Buben Gimma zu einem Spaziergang durch Chur. Die Bilder unseres Rundgangs finden sich hier.

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26. Mai 2009

Wohnen à la Hollandaise

Speckig glänzt der schwarze Noppenboden im engen Treppenhaus. Die Gegend ist nicht die beste Amsterdams, der Ausländeranteil recht hoch. Trotzdem macht sie einen freundlichen Eindruck: Grund dafür ist die geringe Gebäudehöhe (maximal vier Stockwerke) sowie die Auflockerung der dichten Bebauung mit Freiräumen. Zudem liegen in Gehdistanz reizvolle Altbauviertel an Grachtenlage und szenige Familienquartiere. Der Clou der Amsterdamer Planer: Mit kleinräumiger Stadtentwicklung die Ghettobildung vermeiden. Und: Mit günstigen Mieten die Bewohnerschaft durchmischen.

Die Wohnung im zweiten Stock ist vollgestellt mit Gerümpel der Mieterin: Unter dem Esstisch zwei abgedeckte TV-Geräte und ein Staubsauger, hinter der Couch ein demontiertes Gestell. Im Flur steht ein ausrangiertes Laufband. Stören tun sich daran nur die Untermieterinnen. Denn ihre landlady wohnt im fernen Surinam, einer niederländischen Ex-Kolonie. Dass sie ihre günstige Bleibe an drei Asiatinnen untervermietet ist zwar illegal – in Amsterdam aber gang und gäbe. Denn: Der Wohnungsmarkt in Amsterdam ist seit Jahren ausgetrocknet.
Ursache dieses Missstandes ist die Überregulierung des Wohnungsmarktes. Bei 95 % der Wohnungen wird der Mietpreis vom Staat festgelegt. Nur gerade 10% der Mietwohnungen kosten mehr als 650 Euro. Gegen 40% der Mieter erhalten staatliche Subventionen – insgesamt mehr als 2 Milliarden Euro wenden die Niederlande hierfür auf. Zusätzlich werden die privaten «woningcorporatie» vom Staat zu sozialem Wirtschaften angehalten. Gleichzeitig können Immobilienbesitzer ihre Hypothekarzinsen vollständig von der Einkommenssteuer abziehen. Summa summarum kostet der regulierte Markt die Gesellschaft rund 15 Millionen Euro. Und die Leidtragenden sind jene, die von diesem System eigentlich profitieren sollten: Arme, Studenten, Immigranten. Auf eine subventionierte Mietwohnung wartet man nämlich bis zu zehn Jahre und wer einmal eine dieser Sozialwohnungen («sociale huurwoningen») gekriegt hat, tritt sie auch nicht mehr ab, wenn er sich einmal eine teurere Bleibe leisten könnte. Zu lukrativ ist die Untermiete: Wohnungssuchende zahlen gerne das Doppelte und Dreifache der offiziellen Miete. Und berappen damit ihrer Wirtin den Lebenswandel in Südamerika.

Der chronische Wohnungsmangel bescherte Amsterdam eine bewegte Hausbesetzer-Geschichte. «Geen woning, geen kroning!» krakeelten Tausende, als am 30. April 1980 Königin Beatrix gekrönt werden sollte. 1985 waren 150 Grachtenhäuser und an die 10 000 Wohnungen in anderen Stadtteilen besetzt. Zwischen 1965 und 2000 haben insgesamt 50’000 Niederländer in einem besetzten Haus gewohnt.
Heute kennt Amsterdam eine liberale Praxis im Umgang mit Besetzungen: Steht ein Gebäude länger als ein Jahr leer, darf es besetzt werden. Die Besetzung muss aber der Polizei gemeldet werden. Diese hat zu bestätigen, ob die Besetzer tatsächlich in der Liegenschaft wohnen – hierzu reicht ein Stuhl, ein Bett und ein Tisch. Seit Ende der neunziger Jahren kommen die Hausbesitzer mit einem cleveren Mittel Besetzungen zuvor: sogenannten Anti-Kraak-Agenturen. Diese vermitteln im Auftrag der Immobilienbesitzer leerstehende Wohnungen oder Büroräume an Interessenten. Diesen winkt günstiger Wohnraum, teils an grandioser Lage. Einzig bei der Kündigungsfrist und beim Mieterschutz müssen sie Abstriche machen. Im Schnitt muss ein Mieter alle sechs Monate umziehen. Gewinner auf allen Seiten, möchte man meinen. Nein, meint die Besetzerszene. Die Okkupation von Wohnraum sei das stärkste Mittel im Kampf gegen die Wohnungsknappheit.

Übrigens: In Amsterdam kann man gut essen. Zumindest, wenn man um die holländische Küche einen grossen Bogen macht. Die besten Hühnerfüsse westlich der Taklaman gibt es in der Oriental City. Und (fast) authentische chinesische Küche kann man im New King geniessen – u.a. ein wirklich gutes mapo doufu.

Bildquelle: Flickr (oben) / dutchamsterdam.nl

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02. März 2009

Chinesisches Autobahnbrücken-Potpourri

Ein chinesisches Autobahnbrücken-Potpourri. Gestaltet von Charis Arnold, mit einem Text- und Fotobeitrag meiner Wenigkeit.

29. Dezember 2008

Goldküste, zum Zweiten

«Wohlhabende bringen Probleme», titelt heute die Regionalausgabe des Tages-Anzeigers. Und greift meine «Zeit»-Geschichte auf, beziehungsweise publiziert eine Nacherzählung derselben.

Das deutsche Elite-Blatt «Die Zeit» widmet sich zum Ende des Jahres einem aktuellen und kontroversen Thema aus dem Bezirk Meilen. Unter dem Titel «Gesucht: Schlechte Steuerzahler» schreibt der Autor Matthias Daum auf den Schweiz-Seiten der Ausgabe über die explodierenden Immobilienpreise an der Goldküste und die soziale Verarmung der Gemeinden.

Dass Daum mit seinen Argumenten ins Schwarze trifft, zeigte eine Quartierversammlung 2007, als die Gemeinde Küsnacht über geplante Genossenschaftswohnungen auf der Allmend informierte. In der hitzigen Diskussion wollten die Anwohner wissen, ob die Zimmer in den Wohnungen so gross sein müssten, wer die neuen Mieter auswähle und ob diese überhaupt berechtigt seien, da zu wohnen.

Schleierhaft ist mir, was an der Schlusspointe des Tagi-Artikels «pikant» sein soll…

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10. Dezember 2008

Listen, Listen, Listen

Alle Jahre wieder packt die Pop-Journaille das Listen-Fieber und sie beglückt ihre Leserschaft mit einer Jahrgangs-Selektion. Heuer beteilige auch ich mich an diese Best-of-Hype und zwar bei den Kollegen von 78s.

06. November 2008

Festschrift Stiftung Netzwerk

Man könnte es als erstes Resultat der Restrukturierung meiner Ich-AG interpretieren – die Gründe für dieses Unterfangen finden sich hier, hier oder hier. Doch die von mir verfasste und von der Komun GmbH gestaltete Festschrift für die im Zürcher Oberland domizilierte Stiftung Netzwerk ist noch ein Kind der Hochkonjunktur dieses Sommers.

26. August 2008

Körperfixierung des Raps

Geahnt haben wir es ja schon lange, dass Rapper die grössten Verbal-Grüsel des Pop-Business’ sind. Nun führt uns dies die Darstellung von <a href=”http://www.fleshmap.com/listen/index.html”>Fleshmap</a> bildlich vor Augen.

<a title=”Bild 2 von machad bei Flickr” href=”http://www.flickr.com/photos/machad/2799700221/”><img src=”http://farm4.static.flickr.com/3078/2799700221_0c4eb4d630.jpg” alt=”Bild 2″ width=”450″ height=”290.7″ /></a>
<a title=”Bild 1 von machad bei Flickr” href=”http://www.flickr.com/photos/machad/2800547982/”><img src=”http://farm4.static.flickr.com/3131/2800547982_edf3b2a78a.jpg” alt=”Bild 1″ width=”450″ height=”290.7″ /></a>

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02. Juni 2008

Euro-08-Notizbuch

Am nächsten Donnerstag steige ich in die Euro-08-Hosen und werde als (mehr oder minder) rasender Reporter für den täglichen Sonderbund der Neuen Zürcher Zeitung berichten. Meine visuellen Eindrücke sammle ich dabei in einem fotografischen Flickr-Notizbuch.